Reichlich und reichhaltig: zwei wichtige Basics der Anti-Aging-Pflege / © Getty Images/Diamond Dogs
»Collagen Banking beschreibt alle vorsorglichen Maßnahmen, um den Vorrat auf unserem Kollagen-Konto möglichst hochzuhalten – damit quasi unsere körpereigene Bank der Prozesse gegen Hautalterung gut gefüllt ist«, sagt die Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Helios Kliniken Wiesbaden, im Gespräch mit der PZ.
Das Konto spart man am besten schon dann an, wenn die Zeichen des Abbaus noch nicht erkennbar sind; der Alterungsprozess der Haut setzt nämlich bereits in den Zwanzigern ein. »Ab Ende 20 nimmt die Anzahl der Fibroblasten – also die Bindegewebszellen, die das Stützprotein Kollagen bilden – ab. Dann verliert die Haut an Spannung und Elastizität. Beim Collagen Banking geht es darum, die noch aktiven Fibroblasten zu stimulieren, mehr Kollagen zu produzieren, um den sinkenden Kollagenspiegel auszugleichen«, so Bayerl.

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Professorin Dr. Christiane Bayerl, Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Helios Kliniken Wiesbaden
Neben genetischen Faktoren wird dieser Prozess durch äußere Einflüsse wie Sonnenlicht, Rauchen und Umweltschadstoffe vorangetrieben. Dabei ist UV-Strahlung der wesentliche extrinsische Treiber für Hautalterung. »Wer deshalb immer Sonnenschutz betrieben hat, hat ein höheres Ausgangsniveau an körpereigenem Kollagen als die, die keine Vorsichtsmaßnahmen ergriffen haben«, betont die Expertin die Bedeutung von konsequentem Sonnenschutz.
Was hält sie von Tagescremes, die den Lichtschutzfaktor schon integriert haben? »Man könnte meinen, sie seien besser als gar nichts. Doch Achtung: Wenn der UV-A-Schutz nicht eigens ausgelobt ist – UVA in einem Kreis –, enthalten sie oft nur einen Schutz gegen UV-B-Strahlung. Damit erzielen sie nur einen Teilschutz gegen die gefährlichen Lichtstrahlen.« Nach aktuellem Kenntnisstand könne das gesamte Spektrum von UV-A-, UV-B- sowie hochenergetischer violetter Strahlung (HEV) bis zur Infrarot-A-Strahlung gefährlich sein und Hautschäden bewirken, berichtet sie.
Zudem bemängelt die Dermatologin die zu niedrigen Lichtschutzfaktoren in Tagescremes von oft nur einem Wert von 15 oder 30. »Das reicht für einen Bürotag, ist aber zumindest für den Urlaub oder in der Freizeit, wenn wir stärkerer Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, zu wenig. Dann muss der Lichtschutzfaktor mindestens 50 betragen.«