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Apotheken vor Ort

Weitere Absatz-Verluste im Januar

Weniger Kunden, weniger Absatz. Die Apotheken vor Ort bekommen im Januar 2021 immer deutlicher die Folgen der Coronavirus-Krise und des Lockdowns zu spüren. Lediglich beim Rx-Umsatz gibt es ein Plus zu verzeichnen, wie aktuelle Zahlen des Informationsdienstleisters Insight Health zeigen.
Jennifer Evans
23.02.2021  14:00 Uhr

Der Januar startet für die Offizin-Apotheken in puncto OTC-Absatz genauso trübe wie das vergangene Jahr aufgehört hatte: Ein Minus von 3 Prozent gemessen am MAT-Wert (Moving Annual Total) von Januar 2020 lässt die Verluste zu Jahresbeginn immer größer werden.

Bereits 2020 war der Absatz im Bereich der OTC-Präparate in den Apotheken vor Ort insgesamt um 9,1 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019 gesunken, während die Versandapotheken hier im selben Zeitraum um 12,1 Prozent zulegten. Die Pharmazeutische Zeitung hatte darüber bereits berichtet. Dafür fällt das OTC-Absatz-Plus der Versender im Januar 2021 mit 0,2 Prozent verhältnismäßig gering aus. Für seine Auswertung greift Insight Health auf Zahlen des Datenunternehmens Datamed IQ zurück, ein Joint Venture der Zur-Rose-Group und der SA-Europe.

Lichtblick ist der Rx-Umsatz

Auch die Analysen von Insight Health zeigen, dass sich sowohl das OTC- als auch das Rx-Geschäft in den Vor-Ort-Apotheken in den vergangenen Monaten schlecht entwickelt hat. Seit Jahresbeginn hatte es sogar erneut einen deutlichen Abfall gegeben. Lag der OTC-Umsatz in der ersten Januarwoche noch bei minus 21,4 Prozent, waren es in der sechsten Kalenderwoche bereits 33,5 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr. Der OTC-Absatz rutschte im selben Zeitraum von minus 29,5 Prozent auf minus 40,2 Prozent ab (siehe Grafik 1). Auch der Absatz im Rx-Geschäft sank zuletzt auf minus 15,8 Prozent, der Mittelwert liegt seit Jahresbeginn bei einem Minus von 8,1 Prozent. Erfreulicher sieht es hingegen beim Rx-Umsatz aus. Der verzeichnet nach einigem Auf und Ab seit Anfang des Jahres inzwischen ein Plus von 4,5 Prozent (siehe Grafik 2).

An den Rückschlägen im OTC-Geschäft dürfte die weitgehend ausgebliebene Erkältungssaison eine große Mitschuld tragen. Aufgrund der Abstand- und Hygieneregeln während der Coronavirus-Krise sind in diesem Winter einfach weniger Menschen krank geworden. Ein Blick auf die abgegebenen Kassenbons der Offizinen seit der Kalenderwoche 40 im Jahr 2020 belegt, dass seitdem im Schnitt 23,3 Prozent weniger Kunden in die Apotheken vor Ort gekommen sind. Zum bisher absoluten Tiefpunkt in Sachen Kundenfrequenz kam es den Zahlen von Insight Health zufolge schließlich in der sechsten Kalenderwoche 2021 mit einem Minus von 42,2 Prozent. Das war gleich nach der Verlängerung des Lockdowns am 11. Februar 2021.

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