| Christina Hohmann-Jeddi |
| 12.08.2026 18:00 Uhr |
Neben dem Fuchsbandwurm kommt in Europa auch der Hundebandwurm (E. granulosus) vor, der dem Fuchsbandwurm in vielen Dingen wie dem Fortpflanzungszyklus ähnelt, aber auch einige Unterschiede aufweist. Im Gegensatz zum Fuchsbandwurm werden Infektionen mit dem Hundebandwurm vor allem aus anderen Ländern importiert. Der Parasit befällt in erster Linie Hunde, Wölfe und andere Hundeartige als Endwirt und Wiederkäuer wie Rehe oer Schafe als Zwischenwirt.
Gelangt er in den Menschen, löst er dort die sogenannte zystische Echinokokkose aus, die ebenfalls sehr selten ist. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 88 Fälle an das RKI gemeldet, von denen die meisten in Syrien, Bulgarien und in der Türkei erworben wurden. Die Anzahl gemeldeter Fälle zeige einen langfristig leicht ansteigenden Trend mit einem Median von 81 Fällen pro Jahr, heißt es vom RKI.
Die Erkrankung ähnelt der alveolären Form, sieht in der Bildgebung aber etwas anders aus: Die Finnen in der Leber werden vom Wirt von einer festen Bindegewebskapsel umgeben, wodurch Zysten entstehen. Die Inkubationszeit beträgt mehrere Monate bis Jahre. Anders als bei der alveolären Form können von der zystischen Echinokokkose alle Altersgruppen betroffen sein, heißt es im RKI-Ratgeber.
Die Symptome richten sich nach der Lokalisation der Zysten: Bauchschmerzen und eventuell Gelbsucht bei Leberlokalisation, Husten, Schmerzen und Atembeschwerden bei Lungenlokalisation. Neurologische Symptome treten beim Befall des Zentralnervensystems auf.
Die Erkrankung ist gutartiger als die alveoläre Form und verschwindet zum Teil ohne Therapie wieder. Je nach Lokalisation und Ausmaß des Befalls kann mit Albendazol behandelt, die Zyste operativ entfernt oder punktiert werden.