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Mythos Waldbeeren
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Was zum Fuchsbandwurm bekannt ist

Beeren im Wald soll man nicht ohne Waschen vom Strauch essen – wegen des Fuchsbandwurm. Diese Regel kennen die meisten Menschen. Doch rund um den Parasiten kursiert eine Menge Halbwissen: Wie häufig ist der Erreger überhaupt und wie und wo kann man sich anstecken?
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 12.08.2026  18:00 Uhr

Symptome beim Menschen erst nach 10 bis 15 Jahren

Anders ist es beim Menschen: Hier können die Finnen kein drittes Larvenstadium ausbilden, und die Finne wächst sehr langsam, aber stetig weiter. Symptome des Befalls machen sich erst 10 bis 15 Jahre nach der Infektion bemerkbar. Meist erkranken Menschen ab 50 bis 60 Jahren, informiert das Robert-Koch-Institut (RKI) im Erregersteckbrief zum Fuchsbandwurm. Kinder sind sehr selten betroffen.

Meist äußert sich die Erkrankung durch unspezifische Oberbauchbeschwerden und Müdigkeit. Später kann das Lebergewebe nekrotisch zerfallen. Es können Komplikationen wie Gallenstau, portale Hypertension und Leberzirrhose auftreten. Die Erkrankung schreitet stetig fort und führt unbehandelt zum Tod.

Lungenbefall: Jahrelange Behandlung nötig

Die Diagnose alveoläre Echinokokkose kann durch serologische Untersuchungen oder durch Bildgebung (Ultraschall, CT oder MRT) gestellt werden. Wird die Erkrankung früh erkannt, kann das Larvengewebe operativ entfernt werden, wobei zusätzlich mindestens zwei Jahre mit Benzimidazolen (Mebendazol, Albendazol) behandelt wird.

Häufig ist eine vollständige chirurgische Entfernung zum Zeitpunkt der Diagnose nicht mehr möglich. Dann müssen die Patienten lebenslang Benzimidazole einnehmen. Die Wirkstoffe hemmen das Wachstum des Larvengewebes.

Schwere Fälle eher selten

Die Erkrankung ist schwer, aber glücklicherweise selten: Im Jahr 2024 wurden insgesamt 52 alveoläre Echinokokkosen gemeldet, wie aus dem RKI-Bericht »Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2024, Berlin 2026« hervorgeht. Die Meldungen betrafen vor allem Personen aus den Bundesländern Bayern (20 Fälle), Baden-Württemberg (17), Hessen (4), Nordrhein-Westfalen (3) und Thüringen (2). Einzelne Meldungen gab es auch in anderen Bundesländern.

Die Zahlen unterliegen von Jahr zu Jahr Schwankungen. Das RKI weist darauf hin, dass aufgrund der langen Zeit zwischen Infektion und Diagnose keine Aussagen über aktuelle Infektionszahlen gemacht werden können.

Gefahr durch kontaminierte Waldbeeren unbekannt

Aus demselben Grund ist auch schwierig, zu rekonstruieren, wann und wie der Patient sich mit den Eiern infiziert hat. Laut RKI-Ratgeber Echinokokkosen nehmen Menschen Wurmeier auf, wenn sie mit kontaminierten Händen an den Mund kommen – entweder nach direktem Kontakt mit infizierten Endwirten (Fuchs, Hund oder Katze), an deren Fell die Eier haften können, oder nach Umgang mit kontaminierter Erde. »Die Möglichkeit der Übertragung durch kontaminierte Nahrungsmittel wie Waldbeeren und Pilze beziehungsweise kontaminiertes Wasser ist nicht geklärt«, schreibt das Institut.

Ganz falsch sei die Warnung vor Waldbeeren aber nicht, ordnete die Ernährungswissenschaftlerin Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern vor Kurzem gegenüber der Deutschen Presseagentur ein. Theoretisch könnten Wurmeier an bodennahen Pflanzen und Pilzen haften.

Insbesondere für Schwangere, kleine Kinder oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem sei es sinnvoll, die Beeren vor dem Verzehr zu waschen. Doch wichtiger als saubere Beeren ist Krehl zufolge, dass nach der Gartenarbeit oder nach dem Kontakt mit Erde die Hände gründlich gewaschen werden.

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