| Christina Hohmann-Jeddi |
| 12.08.2026 18:00 Uhr |
Beeren soll man im Wald nicht vom Strauch essen, weil der Fuchs daran gewesen sein könnte. Dass sich Menschen über diesen Weg mit dem Fuchsbandwurm infiziere können, ist aber nicht belegt. / © Getty Images/dgwildlife
Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) gehört zur Gattung Echinococcus, von der in Europa zwei Arten vorkommen. Die Parasiten haben einen komplizierten Fortpflanzungszyklus mit mehreren Wirten. Füchse, Marderhunde und Hunde sind die Hauptwirte. Der Fuchsbandwurm kann aber auch den Menschen befallen und die sogenannte alveoläre Echinokokkose auslösen. Infektionen sind auch in Deutschland möglich. Doch wie gelangt der Wurm in den Menschen?
Um die Infektion von Menschen zu verstehen, muss man den Fortpflanzungszyklus des Wurms kennen. Der Fuchsbandwurm kommt als ausgewachsenes Tier im Darm des Endwirts, vor allem dem Rotfuchs, anderen Vulpes-Arten, aber auch Hunden und Katzen vor. Der nur 2 bis 4 Millimeter lange Wurm setzt sich mit Saugnäpfen an der Darmwand des Wirtes fest. In seinem letzten Körperabschnitt bildet er unzählige Eier, die durch Selbstbefruchtung entstehen. Die Eier werden mit dem Kot des Wirtes ausgeschieden.
Der Zwischenwirt, in der Regel Mäuse, aber auch der Mensch als Fehlwirt, infiziert sich durch die orale Aufnahme der Eier. Aus diesen schlüpfen im Darm Larven. Dieses Onkosphäre genannte erste Larvenstadium durchdringt die Darmwand und erreicht über das Blutsystem die Leber. Seltener setzt es sich in späteren Stadien in Lunge, Gehirn oder anderen Organen ab.
In dem Gewebe entwickeln sich die Larven zum zweiten Larvenstadium, der sogenannten Finne. Dabei handelt es sich um ein mit gallertartiger Masse gefülltes Bläschen, das von Bindegewebe umgeben ist. Durch Knospung entstehen weitere Finnen und das Larvengewebe wächst tumorartig in die Organe des Wirts hinein.
Die Larve des Fuchsbandwurms bildet in Zwischenwirten (hier eine Baumwollratte) in der Leber typische Bläschen, die wie Lungenbläschen aussehen. / © CDC/Dr. Irving G. Kagan
Bei Zwischenwirten wie Mäusen bilden die Finnen ein drittes Larvenstadium mit Kopfanlagen aus, und die Knospung stoppt. Werden die geschwächten Tiere von Füchsen gefressen, schließt sich der Kreis und im Darm der Füchse bilden sich wieder adulte Würmer.