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Mythos Waldbeeren
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Was zum Fuchsbandwurm bekannt ist

Beeren im Wald soll man nicht ohne Waschen vom Strauch essen – wegen des Fuchsbandwurm. Diese Regel kennen die meisten Menschen. Doch rund um den Parasiten kursiert eine Menge Halbwissen: Wie häufig ist der Erreger überhaupt und wie und wo kann man sich anstecken?
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 12.08.2026  18:00 Uhr

Risikofaktor Hundebesitz

Auch Hunde können mit dem Fuchsbandwurm befallen sein. Einen Hund zu halten, scheint das Risiko für eine Infektion zu erhöhen. Das zeigt eine Publikation im Journal »Emerging Infectious Diseases« von 2022. Der Analyse zufolge haben Hundebesitzer ein siebenfach erhöhtes Risiko für eine alveoläre Echinokokkose und ein zehnfach erhöhtes Risiko, wenn sie von ihrem Tierarzt nicht über die Erkrankung aufgeklärt wurden.

Zwischen 60 und 75 Prozent der im Nationalen Echinokokken-Register eingetragenen Patienten haben oder hatten einen Hund oder hatten engen Kontakt mit mindestens einem Hund, heißt in der Veröffentlichung. Eine Präventionsmaßnahme ist daher, das eigene Tier regelmäßig entwurmen zu lassen, vor allem, wenn es ab und zu Mäuse fängt.

Unter Füchsen weit verbreitet

Auch wenn noch nicht abschließend geklärt ist, wie die Eier des Fuchsbandwurms in den Menschen gelangen, ist aber klar, dass der Parasit in einem erheblichen Teil der Fuchspopulation in Deutschland vorhanden ist. In den Hochrisikogebieten Bayern und Baden-Württemberg lag die Prävalenz in den Jahren 1999 bis 2010 bei Füchsen zwischen 37 bis 55 Prozent, heißt es in einer Publikation von 2023 im Journal »Vectors & Parasites«. Die dort vorgestellte Untersuchung von Fuchskadavern kam für die Jahre 2018 bis 2020 auf eine Prävalenz von 41 bis 51 Prozent für verschieden Gemeinden im Raum Ravensburg und dem Allgäu.

Auch in Thüringen liegt die Prävalenz mit 42 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 23 Prozent recht hoch, zeigt ein Bericht aus dem Jahr 2020 ( »Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift«).  Aus allen Bundesländern seien schon Infektionen bei Füchsen gemeldet worden, insgesamt sei die aktuelle Situation aufgrund der deutlich reduzierten Überwachungsmaßnahmen in mehreren Bundesländern schlecht abzuschätzen. Es sei aber eine Zunahme in den vergangen Jahrzehnten zu beobachten gewesen, heißt es in dem Bericht. Dies könne darauf zurückgehen, dass die Fuchspopulationen durch das Ausrotten der Tollwut und die verringerten Bejagung seit den1980er-Jahren stark gestiegen sind und die Füchse sich durch den Populationsdruck lokal ausbreiten und auch städtische Gebiete besiedeln.

Auch innerhalb von Europa hat sich der Fuchsbandwurm ausgebreitet: Während er in der 1980er-Jahren nur in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Frankreich vorkam, ist er inzwischen auch etwa in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Polen, Tschechien, der Slowakei, Italien und Dänemark nachweisbar.

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