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Noch zwei Varianten

Was zu B.1.525 und B.1.526 bisher bekannt ist

Die Evolution des Coronavirus geht weiter. Experten berichten von zwei weiteren SARS-CoV-2-Varianten, die das Potenzial haben, der Immunantwort zu entkommen. Eine breitet sich in New York aus, die andere wurde bereits in 19 Ländern nachgewiesen – auch in Deutschland.
Christina Hohmann-Jeddi
08.03.2021  11:00 Uhr

Die Coronavirus-Variante B.1.525 ist neu auf dem Radar aufgetaucht und sie hat eine Reihe von Mutationen, die Experten aufhorchen lassen. Drei davon betreffen das Spike-Protein: Q52R, E484K und Q677H. Davon ist E484K inzwischen die bekannteste. Diese Veränderung im Spike-Protein ist auch in der südafrikanischen Variante B.1.351 und der brasilianischen P.1 vorhanden und wird für deren Fähigkeiten verantwortlich gemacht, dem Immunsystem zumindest in Teilen zu entkommen. Ob dies auch für B.1.525 gilt, ist bislang unklar.

Die Bedeutung der beiden anderen Spike-Mutationen ist noch nicht bekannt. Der Aminosäureaustausch Q677H wurde allerdings schon in mindestens sechs Virusvarianten im Süden der USA entdeckt, was darauf hinweisen könnte, dass er einen Vorteil für das Virus bringt. Darauf wies ein Forscherteam im Februar in einer Preprint-Publikation auf »MedRxiv« hin. 

B.1.525 hat darüber hinaus auch drei Deletionen, von denen sie zwei mit der britischen Variante B.1.1.7 gemein hat. Eine davon ist die del69/70, die mit einer erhöhten Transmission in Verbindung gebracht wird. Die Infektiosität eines Virus mit dieser Deletion sei doppelt so hoch wie die des Wildtyps, berichtete ein Team um Professor Dr. Ravindra Gupta von der University of Cambridge bereits im Dezember 2020 auf »MedRxiv«. 

Die Variante ist erst vor Kurzem entstanden und wurde inzwischen in 19 Ländern insgesamt fast 280 Mal nachgewiesen. Erstmals entdeckt wurde B.1.525 Mitte Dezember in Großbritannien. Von dort stammen zusammen mit Dänemark die meisten Nachweise. In diesen Ländern wird allerdings auch in höherem Ausmaß sequenziert als in anderen Ländern. Prozentual die meisten Nachweise von B.1.525 stammen aus Nigeria – dort fand sich die Variante in einem Viertel der sequenzierten Proben. Zum Vergleich: In Großbritannien hat sie einen Anteil von unter 0,01 Prozent.

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