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Apothekenrückgang
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Warten auf Warken

Apothekenreform und Honorarerhöhung fühlen sich für AKWL-Präsidentin Gabriele Regina von Elsenau Overwiening wie eine schlechte Netflix-Serie an, die auch »Warten auf Warken« heißen könnte. Zahlreiche Cliffhanger gab es schon und man hofft weiter auf ein Happy End.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 27.05.2026  20:10 Uhr
Erhöhung der Zuzahlung spielt Versandhandel in die Hände

Erhöhung der Zuzahlung spielt Versandhandel in die Hände

Angst macht den Apotheken die geplante Erhöhung der Arzneimittelzuzahlung für die Patienten um 50 Prozent, also von den bisherigen 5 bis 10 Euro auf 7,50 Euro bis 15 Euro. Durch das E-Rezept nimmt der Wachstumsanteil im Rx-Bereich Fahrt auf. Der Anteil an vom Versandhandel belieferten Rx-Packungen lag zwar zuletzt noch im niedrigen Bereich, stieg aber von einem Umsatzanteil von 1,4 auf 2,0 Prozent vergleichsweise sehr deutlich.

Befeuert werden könnte diese Dynamik durch die erhöhten Zuzahlungen, locken die ausländischen Versandhändler doch weiterhin ungestraft mit Erlass der Zuzahlung. Den Patienten könne man da nur schwer einen Vorwurf machen, hier müsse die Politik ran. Vor allem pocht die ABDA auf eine Stärkung der sogenannten Paritätischen Stelle aus GKV und DAV, die theoretisch Verstöße ahnden kann, aber aufgrund unklarer Haftungsfragen bislang nicht aktiv wird. Es könne doch nicht sein, dass der Staat hier nicht selbst für die Durchsetzung seiner Gesetze sorge, verdeutlichte von Elsenau Overwiening.

Generell ging Overwiening mit der mangelnden Transparenz und Verlässlichkeit der Bundespolitik hart ins Gericht. So würden die Leistungserbringer als Kostentreiber dargestellt, während der Staat bei Arzneimitteln doch mit dem vollen Mehrwertsteuersatz auch gut »ins Klingbeilbeutelchen« verdiene und sich Steuereinnahmen durch die ausländischen Versandapotheken entgehen lässt. Das Landesgesundheitsministerium NRW stehe dagegen hinter den Apotheken. Wichtig sei jedoch bei allen Gesprächen, hart in der Sache zu bleiben, aber nicht persönlich zu werden, um etwas zu erreichen.

Mehr Kompetenzen als neues Fundament

Es bleibe wichtig, der Politik immer wieder klarzumachen, was mit jeder einzelnen geschlossenen Vor-Ort-Apotheke verloren geht. »Es geht um die Versorgung der Menschen und den Erhalt von Infrastruktur. Die Apotheken sind wohnortnahe Anlaufstellen, wo sie mit hoher Expertise und Empathie versorgt werden«, so von Elsenau Overwiening.

Unbestritten positiv seien die mit dem ApoVWG geplanten Kompetenzerweiterung, neuen Aufgaben und pharmazeutischen Dienstleistungen. »Bitte verlieren Sie nicht die Nerven! Egal was kommt, wir werden etwas Gutes daraus machen«, versprach von Elsenau Overwiening.

Sie sieht die geplanten Änderungen wie vermehrtes Impfen, den New Medicine Service oder die Abgabe von Rx-Präparaten ohne ärztliche Verordnung in bestimmten Fällen noch nicht als vorläufiges Ende, sondern Fundament für die Weiterentwicklung der Apotheken und Schärfung des Heilberufs.

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