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»Maischberger«
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Warken verteidigt geplantes Spargesetz

Über die geplante Gesundheitsreform diskutierte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) und Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann am Dienstagabend beim ARD-Talkformat »Maischberger«. Alle Akteure würden »gerecht beteiligt«, sagte die Bundesministerin.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 07.05.2026  13:55 Uhr

Das »ganz große Ziel« der Bundesregierung seien stabile Beitragssätze, die nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger wichtig seien, sondern auch für die Unternehmen. Dass die Lohnnebenkosten nicht immer weiter steigen, sei zudem wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes, sagte Warken bei »Maischberger«.

Zwar sei dies ein zentrales Ziel, zugleich habe es in den vergangenen Jahren eine deutliche Belastung der Bürgerinnen und Bürger gegeben: Der Zusatzbeitragssatz habe sich in den letzten drei Jahren verdoppelt. »Das wollen wir ändern und das ändern wir damit. Aber natürlich muss das Gesundheitssystem insgesamt zukunftsfest gemacht werden. Stabile Finanzen sind die Grundlage, dann kann sich das System gut entwickeln«, so Warken.

Dafür brauche es zusätzliche Strukturreformen. Die Krankenhausreform sei bereits angepasst worden, die Notfallreform befinde sich auf dem Weg. Im Rahmen der Reform seien gut zwei Drittel der 66 Maßnahmen der Finanzkommission umgesetzt worden. Dabei gehe es auch um eine ausgewogene Verteilung der Lasten: Leistungserbringer, Ärzte, Krankenhäuser und die Pharmaindustrie würden entsprechend ihrer Kostenverursachung »gerecht beteiligt«, erklärte die Bundesministerin. Laut dem Entwurf zum GKV-Spargesetz sollen Apotheken einen Sparbeitrag durch einen auf 2,07 Euro erhöhten Kassenabschlag leisten. 

»Jeder leistet entsprechend seiner Kostenverursachung auch den Beitrag«, so Warken bei »Maischberger«. Die Bundesministerin sagte aber auch, dass sie sich gewünscht hätte, stärker in die Bürgergeldempfängerfinanzierung einzusteigen. Laut Warken werde mit der Reform ein Vorhaben vorangetrieben, das seit 20 Jahren nicht angegangen worden sei. Unter anderem soll auch der Herstellerabschlag für die Pharmaindustrie erhöht werden. Die Maßnahme werde jedoch anders umgesetzt, »mit einem anderen Mechanismus«, als von der Kommission empfohlen. »Das ist am Ende des Tages auch ein ähnlicher Spareffekt«.

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