| Laura Rudolph |
| 01.09.2026 18:00 Uhr |
Um keine Krankheitserreger auf andere Patienten zu übertragen, dürfen Egel nur ein einziges Mal therapeutisch eingesetzt werden. Früher mussten sie danach getötet werden. Heute bietet die Biebertaler Blutegelzucht eine Alternative: Patienten oder Therapeuten können zusammen mit den Egeln ein Rücknahmeset kaufen, mit dem sie die Tiere zurücksenden können.
Die Egel kehren allerdings nicht nach Biebertal zurück. Zuerst kommen sie in einer Betriebsstätte der Gießener Lebenshilfe erneut in eine achtmonatige, fütterungsfreie Quarantäne. Danach werden sie rund fünf Kilometer entfernt von den Zuchtteichen in einen sogenannten »Rentnerteich« gesetzt und dürfen dort, auf sich allein gestellt, bis zu ihrem natürlichen Tod leben. In der Literatur ist beschrieben, dass die kleinen Blutsauger bis zu 20 Jahre alt werden können – sofern sie regelmäßig einen Wirt finden. Blutegel ernähren sich in der freien Natur vom Blut verschiedener Wirbeltiere und kleinerer Wassertiere.