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70 Jahre Hevert Arzneimittel
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Vom Feld zur Arznei – in 200 Meter Luftlinie 

Die traditionelle Naturheilkunde mit der Schulmedizin zu verbinden und die Präparate technologisch auf höchstem Niveau aufzubereiten: Dafür steht seit bereits 70 Jahren Hevert Arzneimittel. Das mittelständische Familienunternehmen gehört heute zu den führenden deutschen Herstellern von homöopathischen und pflanzlichen Arzneimitteln sowie von Vitalstoffpräparaten.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 04.05.2026  07:00 Uhr

Ressourcen schützen

»Unsere Geschichte ist geprägt von einem kontinuierlichen Qualitätsversprechen, familiärer Verantwortung und dem festen Bekenntnis zu Nachhaltigkeit und ganzheitlicher Medizin«, erklärt Mathias Hevert anlässlich des Firmenjubiläums. Als wesentlichen Baustein der Hevert-Nachhaltigkeitsstrategie sieht er den Eigenanbau von benötigten Heilpflanzen. Von der Wurzel bis zur Arzneipflanze alles aus eigener Hand anbieten zu können, ermöglicht, »entlang der gesamten Wertschöpfungskette Belastungen für die Umwelt so gering wie möglich« zu halten. In Sachen Umweltschutz Vorreiter und Vorbild sein zu können, zahlte sich 2022 aus. Seitdem gilt Hevert als »klimaneutrales Unternehmen durch CO2-Ausgleich« – möglich durch effiziente Prozesse, fortlaufend schonende Nutzung der Ressourcen und Klimaschutzzertifikate.

Seit mittlerweile mehr als zehn Jahren kann Hevert quasi 200 Meter Luftlinie von der Produktionshalle entfernt rund die Hälfte seines jährlichen Bedarfs an Frischpflanzen aus eigenem Anbau selbst decken. Den Rest bezieht die Firma über Auftragsanbau. Für die Herstellung seiner Präparate benötigt das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 30 Frischpflanzenarten. Etwa eine Tonne davon verarbeitet es jährlich zu Urtinkturen weiter – Ausgangsmaterial für die Hevert-Präparatepalette. Für die Zukunft ist die kontinuierliche Ausweitung des Eigenanbaus und die Aufzucht exotischerer Heilpflanzen im Gewächshaus geplant.

Dazu sind die Hevert-Heilpflanzen noch biozertifiziert. »Der eigene Anbau dient nicht nur der Beschaffungssicherheit, sondern bedeutet auch Qualitätssicherung und schafft Expertise über Wachstum, Pflege und Ernte. Das garantiert ein Höchstmaß an Reinheit und Wirkstoffgehalt«, stellt Marcus Hevert klar. So sei beispielsweise die Traubensilberkerze schwer in der hohen Qualität, die für die Herstellung von Arzneimitteln benötigt wird, zu beschaffen. Deshalb habe man sich für den eigenen Anbau vor der Haustür entschieden.

Technologische Anschubhilfe

Qualitativ hochwertiges Ausgangsmaterial ist die eine Sache, die andere das Know-how zur technologischen Aufbereitung. Nur so lässt sich mitunter das Potenzial von Naturstoffen überhaupt nutzen. Paradebeispiel dafür sind die Scharfstoffe des Curcumawurzelstocks. Um sie trotz ihrer extrem schlechten Löslichkeit bioverfügbar zu machen, hat Hevert jüngst ein spezielles Dual-Coating-Verfahren entwickelt. In Curcumin Hevert Optisolv® sind die Curcuminoide so ummantelt, dass ihre Freisetzung während des Verdauungsprozesses nachweislich um mehr als das 1000-Fache ansteigt – im Vergleich zu nativen Curcuma-Extrakten.

Prozesse zu optimieren und neue wissenschaftliche Wege in der integrativen Medizin zu gehen, ist auch das Ziel der Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten »Dr. Wolfgang Hervert-Preises« durch die Hevert-Foundation. Da ist es kaum verwunderlich, dass der alle zwei Jahre verliehene Förderpreis in diesem Jahr unter dem Motto steht: »70 Jahre Hevert: Forschung für die Naturheilkunde von morgen«. Noch bis Ende Juli können Interessenten Studienprojekte einreichen.

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