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Betäubungsmittel im Fokus

Versorgung von Heim und Hospiz

Der vierte Teil der PZ-Serie »Betäubungsmittel im Fokus« handelt von der Versorgung von Heim- und Hospizpatienten mit Betäubungsmitteln sowie von der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung.
Ute Stapel
13.06.2020  08:00 Uhr
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Ein Ziel des Betäubungsmittelrechts ist es, die medizinische Versorgung von Patienten mit Betäubungsmitteln (BtM) zu regulieren und sicherzustellen. Gerade in Heimen sind häufig Patienten mit chronischen Schmerzen anzutreffen, die mit Opioid-haltigen Schmerzmitteln behandelt werden. Daher werden viele Patienten in Heimen und Hospizen mit BtM versorgt. Die strengen betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften sind dabei stets zu beachten.

Nach den Rechtsbestimmungen bestehen verschiedenen Möglichkeiten ältere oder auch multimorbide Patienten in Pflegeeinrichtungen mit BtM zu versorgen. Die Versorgungsformen berücksichtigen in der Regel den körperlichen und geistigen Gesundheitszustand der Patienten und unterscheiden sich teilweise in ihren rechtlichen Anforderungen.

Betreutes Wohnen

Lebt ein Patient in einer betreuten Wohngemeinschaft und ist sowohl gesundheitlich als auch geistig dazu in der Lage, BtM eigenständig einzunehmen oder anzuwenden, erhält er das Rezept direkt von seinem behandelnden Arzt. Nach Einlösung des Rezeptes lagert der Patient die Medikamente in seinem Zimmer beziehungsweise seiner Wohnung. Er ist dabei zu keiner betäubungsmittelrechtlichen Dokumentation verpflichtet.

Werden die BtM nicht mehr benötigt, beispielsweise weil der Patient verstirbt oder auf ein anderes Präparat umgestellt wird, müssen sie ordnungsgemäß vernichtet werden. Die meisten Apotheken bieten einen entsprechenden Service an, so dass die betreuende Einrichtung die BtM an die beliefernde Apotheke zur Entsorgung zurückgeben kann. Rechtlich gesehen dürften aber auch die Einrichtung oder der Patient selbst die BtM sachgerecht entsorgen.

Das erneute Verschreiben nicht mehr benötigter BtM sowie die Mitnahme durch den behandelnden Arzt oder sonstige Dritte und auch die Weitergabe an die betreuende Einrichtung oder an die Erben ist jedoch nicht zulässig.

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