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Bilanzzahlen 2019

Versender Zur Rose setzt alles auf Wachstum

Die Schweizer Versandapotheke Zur Rose blickt 2019 auf ein erhebliches Umsatzwachstum. In Deutschland konnte die Unternehmensgruppe um 45 Prozent zulegen. Mit dem E-Rezept soll auch der Umsatz im Rx-Bereich stark anziehen.
Ev Tebroke
19.03.2020  16:06 Uhr
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Die Zur-Rose-Gruppe blickt auf ein umsatzträchtiges Geschäftsjahr 2019. Wie die Muttergesellschaft von Doc Morris heute bekannt gab, stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um 30 Prozent auf rund 1,6 Milliarden Schweizer Franken (CHF), also umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro. Unterm Strich schreibt das Unternehmen aber weiterhin rote Zahlen. Insgesamt verschlechterte sich das Unternehmensergebnis von minus 39 Millionen CHF in 2018 auf minus 52,4 Millionen CHF. Grund sind die erhöhten Abschreibungen im Zusammenhang mit den akquirierten Unternehmen. Die für die Rentabilität eines Unternehmens wichtige Kennzahl der EBITDA-Marge, also das Verhältnis des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zum Umsatz, lag bei minus 1 Prozent und damit nach Unternehmensangaben am unteren Ende des prognostizierten Zielkorridors.

Zuletzt hatten die Schweizer vor allem in den deutschen Markt stark investiert. Durch die Übernahme des Versenders Medpex in Ludwigshafen sowie der Versandapotheke Apo-Rot konnte Zur Rose seinen Umsatz in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr zwar markant um 45 Prozent auf nunmehr 976 Millionen CHF (924 Millionen Euro) steigern – die Medpex-Verkäufe mit eingerechnet. Die Zukäufe belasten aber das Geschäftsergebnis. Demnach war die 2019 begonnene Integration der Logistikaktivitäten von Apo-rot am Standort Heerlen aufwändiger als gedacht. Das neue Distributionszentrum soll voraussichtlich wie geplant im Laufe des Jahres 2021 an den Start gehen.

Und auch die Kosten für den Markteintritt in Frankreich haben das Unternehmensergebnis belastet, heißt es. Im Februar 2019 hatte der Zur-Rose-Konzern den französischen Marktplatz DoctiPharma erworben und in seine Plattform PromoFarma integriert. Über diesen Online-Marktplatz bietet zur Rose nach eigenen Angaben derzeit rund 140.000 apothekenübliche Gesundheits- und Pflegeprodukte von rund 7000 Marken an. Insgesamt vertreiben dort rund 800 Partner ihre Produkte, hauptsächlich Apotheken, aber auch Pharmahersteller.

Für das kommende Jahr setzen die Schweizer voll auf die Einführung des E-Rezepts. Demnach erwartet Zur Rose 2021 eine deutliche Steigerung des Versandmarktanteils bei Rx-Medikamenten. Derzeit liegt er gerademal bei 1 Prozent. Das Unternehmen kündigte an, seinen Wachstumskurs fortzusetzen. Man wolle die sich bietenden Chancen aufgrund der niedrigen Online-Durchdringung des Apothekenmarkts und der zunehmenden Digitalisierung „forciert wahrnehmen“.

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