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Apotheken-Umfrage

Vergütung für Botendienst nicht kostendeckend

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat der Botendienst erheblich an Zuspruch gewonnen. Die Apotheker sehen ihre Kosten für diesen Service aber mit der derzeitigen Vergütung nicht gedeckt.
Ev Tebroke
23.11.2020  12:55 Uhr

Der Botendienst gehört bei den öffentlichen Apotheken mittlerweile zum Standard-Service. Fast alle Offizinen (98 Prozent) bieten ihren Kunden diese Dienstleistung für die Belieferung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten an, wie eine aktuelle Umfrage des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln ergab. Zwei Drittel der 164 befragten Apothekenleiter sehen in diesem Angebot zudem einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber den Versandapotheken.

Fast alle Befragten (97 Prozent) unterstreichen die wichtige Bedeutung des Botendienstes in Pandemie-Zeiten, weil er dazu beitrage, besonders gefährdete Personengruppen vor eine Ansteckung mit Covid-19 zu schützen. Nicht zufrieden sind die Apothekenleiter laut Umfrage jedoch mit der Höhe der Botendienst- Vergütung von 2,50 Euro. Zwar sehen 96 Prozent der Befragten die nun eingeführte dauerhafte Honorierung dieses Services als »wichtigen Schritt«, um regionalen Versorgungsengpässen vorzubeugen. Vor allem dünn besiedelte und ländliche Gebiete könnten davon profitieren, heißt es. Gleichzeitig halten aber 91 Prozent der Umfrageteilnehmer die Vergütungshöhe für nicht kostendeckend.

Was die Einschätzung der Geschäftslage betrifft, so scheint die Stimmung zunehmend pessimistisch: Erstmals seit Juli sinkt der Konjunkturindex für die aktuelle Geschäftslage im November auf nunmehr 62,8 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist das ein deutlicher Rückgang um 36,7 Punkte. Gegenüber dem Vormonat sind es 2,9 Punkte weniger. Was die Geschäftsentwicklung in den kommenden12 Monaten betrifft, fällt die Einschätzung im Vergleich zum Oktober 2020 um 7,2 Punkte auf nunmehr 49,4 Punkte. Gegenüber dem Vorjahresmonat sind das 12,7 Punkte weniger.

Die aktuelle Apokix-Umfrage erfolgte online im Zeitraum vom 2. November bis zum 16. November. Befragt wurden Apothekenleiter aus dem gesamten Bundesgebiet, sowohl aus den städtischen als auch den ländlichen Gebieten.

 

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