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Coronavirus-Pandemie

Krise trifft Apotheken hart

Während es Offizinen im März und April 2020 gut ging, hat sich die wirtschaftliche Lage im Mai verändert. Wie die aktuelle Apokix-Umfrage des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln belegt, kommen immer weniger Kunden in die Apotheken.
Jennifer Evans
29.06.2020  13:02 Uhr

Im Mai 2020 ist die Kundenfrequenz vielerorts im Vergleich zum Vorjahresmonat zurückgegangen. Das berichten 76 Prozent der rund 190 befragten Apothekenleiter. Nur knapp 10 Prozent von ihnen vermelden im selben Zeitraum mehr Kunden. Im April sah das noch anders aus. Da hatte noch jede zweite Apotheke von steigenden Kundenzahlen gesprochen. Laut Apokix-Umfrage hat derzeit jeder zehnte Apothekenbesucher Fragen zur Coronavirus-Pandemie.

Auch für die Mitarbeiter hat die angespannte Lage Folgen. Demnach halten die finanziellen Einbußen mehr als jede zweite Apotheke davon ab, ihren Mitarbeitern Corona-Bonuszahlungen zu gewähren. Und das, obwohl die Mehrheit der Apothekenleiter diese steuerfreie Anerkennung mit Blick auf die Motivation ihres Teams für sinnvoll halten. Immerhin haben der Umfrage zufolge 36 Prozent der Befragten ihren Mitarbeitern bereits Boni ausgezahlt und weitere 19 Prozent planen, dies noch bis zum Jahresende zu tun. Die Bundesregierung hatte im Rahmen von Sonderreglungen während der Pandemiezeit den Weg für solche steuer- und sozialabgabefreien Zahlungen frei gemacht. 

Entsprechend der angespannten Situation bewerten die Umfrageteilnehmer auch die aktuelle Geschäftslage schlechter als im Vormonat. Im Juni 2020 sank der Konjunkturindex um knapp 17 Prozentpunkte. Während er im Mai noch bei 74,5 Punkten lag, waren es einen Monat später nur noch 57,6 Punkte.

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