| Ev Tebroke |
| 19.08.2026 19:00 Uhr |
Die strategische Bedeutung des Zusammenschlusses unterstreicht auch Mathias Arnold, Vorsitzender des Landesapothekerverbandes Sachsen-Anhalt. »Bereits vor zehn Jahren haben wir erstmals über eine Fusion gesprochen.« Damals sei die Zeit noch nicht reif gewesen. Heute seien die Rahmenbedingungen grundlegend verändert. »Europäische Entwicklungen, gesundheitspolitische Herausforderungen und der wachsende Einfluss großer Marktakteure machen eine starke gemeinsame Interessenvertretung wichtiger denn je.«
Stefan Fink, Vorsitzender des Thüringer Apothekerverbandes, sieht in der Fusion vor allem ein starkes Signal der Geschlossenheit: »Wir haben uns aus eigener Überzeugung und auf Augenhöhe dafür entschieden, unsere Kräfte zu bündeln.« Aus drei starken Landesverbänden entstehe nun eine gemeinsame Interessenvertretung, die regional fest verwurzelt ist und zugleich mit größerem Gewicht für die Anliegen der Apotheken eintreten könne. Entscheidend für Fink: »Wir bewahren unsere regionale Identität und gewinnen gleichzeitig an gemeinsamer Stärke.« Erfolg sei auch in der Berufspolitik vor allem eines: »ein Wir.«
Die drei Verbände haben viele Gemeinsamkeiten. Sie haben eine gemeinsame ostdeutsche Geschichte, vertreten jeweils Flächenländer und haben mit ähnlichen Patientenstrukturen zu tun. Sie machen ähnliche Fortbildungen, unterzeichnen ähnliche Rahmenverträge mit den Kassen. Hier will man künftig Kräfte bündeln: weniger Aufwand in Verwaltungsgremien, weniger Verwaltung, eine Verbesserung des Leistungsportfolios. Gleichzeitig erhofft man sich auch, in einem größeren Mitgliederpool wieder mehr Apothekerinnen und Apotheker für ein Ehrenamt im Verband begeistern zu können.
Der Hauptgeschäftssitz des MAV wird in Leipzig in der Eilenburger Straße 3 sein. Der Standort ist somit auch geografisch der Mittelpunkt. Die beiden anderen Geschäftsstellen bleiben bestehen, die Zusammenarbeit der drei Geschäftsstellen soll weiter ausgebaut werden. Ein wesentlicher Schwerpunkt soll dabei auf dem Aufbau gemeinsamer IT-Strukturen und der Vereinheitlichung von Verwaltungs- und Serviceaufgaben liegen, heißt es vonseiten des SAV.