| Laura Rudolph |
| 05.06.2026 15:30 Uhr |
Darüber hinaus gebe es mehrere placebokontrollierte Studien, die nahelegen, dass Ingwer in frühen Phasen der Schwangerschaft Übelkeit verbessert. Zugelassen ist das Fertigarzneimittel mit Ingwerwurzelstockpulver jedoch ausschließlich für die Indikation Kinetose. »Da stellt sich natürlich die Frage: Darf, soll und kann ich es auch in der Schwangerschaft einsetzen?«
Zur Einordnung verwies Ude auf die Datenbank von Embryotox, dem Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Berliner Charité. Dort heißt es: »Ingwer, Akupunktur oder -pressur und Vitamin B6 (Pyridoxin) scheinen die Übelkeit zu reduzieren, wirken sich jedoch nicht auf das Erbrechen aus.«
Ingwer könne in allen Phasen der Schwangerschaft in üblicher Dosierung eingenommen werden. Auch in der Stillzeit scheint Ingwer laut Embryotox akzeptabel, könne jedoch bei der Mutter zu einer gesteigerten Milchproduktion führen.
Trotz wirksamer Therapieoptionen hat die Selbstmedikation klare Grenzen. Halten Übelkeit und Erbrechen länger als drei Tage an oder treten kolikartige Krämpfe, akute Schmerzen, starke Durchfälle oder Blut im Stuhl auf, gehört der Patient in ärztliche Behandlung. Gleiches gilt bei Erbrechen von Blut oder Gallenflüssigkeit, sehr hohem Fieber oder einem schlechten Allgemeinzustand.
»Bei kleinen Kindern ist Erbrechen ohne Ursache an sich ein Fall für den Kinderarzt«, so Ude. »Allerdings wissen alle, die Kinder haben, dass diese auch manchmal einfach nur zu heftig gehustet haben, da sollte man es dann auch nicht übertreiben.«