Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

2150 Drogentote
-
Synthetische Opioide zunehmend involviert

Der Drogenbeauftragte hat die Zahl der Drogentoten 2025 vorgestellt. Immer öfter werden Jüngere in Deutschland Opfer. Dabei spielen synthetische Drogen und der Mischkonsum, auch mit Medikamenten, eine wichtige Rolle.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 07.07.2026  14:50 Uhr

Für 2150 Menschen in Deutschland hatte der Konsum von Drogen im vergangenen Jahr tödliche Folgen. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung Hendrik Streeck (CDU) sprach von einer Totenzahl auf Rekordniveau. 2024 hatte es 2137 Drogentote gegeben. »Besonders erschüttert mich, dass die Opfer immer jünger werden«, sagte Streeck. Jeder vierte Drogentote ist jünger als 30. Seit 2021 sind die Todesfälle unter 30 um mehr als die Hälfte gestiegen, bei den Unter-20-Jährigen haben sie sich nahezu verdoppelt.

Streeck machte dafür auch den Mischkonsum von Medikamenten, Alkohol und anderen Substanzen verantwortlich – tödliche Kombinationen. »Viele dieser jungen Menschen können die Risiken noch nicht oder nicht vollständig überschauen.« Junge Drogentote hätten insbesondere Medikamente konsumiert. Oft beteiligt: Benzodiazepine, opioidhaltige Schmerzmittel und andere psychoaktive Arzneimittel.

Streeck: »Suchthilfesystem nicht kaputtsparen«

Den in den allermeisten Fällen zugrunde liegenden Konsum mehrerer Substanzen nannte Streeck »hochgefährlich«. Er verlangte: »Wenn fast jeder vierte Drogentote unter 30 ist, dann darf unsere Antwort nicht Betroffenheit sein, sondern es braucht auch Konsequenzen: mehr Prävention, frühere Hilfe und ein Hilfesystem, das Menschen rechtzeitig erreicht.«

Angesichts der knappen Haushalte beim Bund, aber auch bei den Kommunen mit ihren Hilfeeinrichtungen forderte Streeck: »Wir haben in Deutschland ein gutes Suchthilfesystem, aber wir dürfen es nicht kaputtsparen.« Gerade Jugendliche bräuchten ausreichend Entzugs- und Therapieplätze. Es müsse Begleitung für Familien geben. Streeck forderte »Angebote, die sie erreichen, bevor aus Risiko ein Todesfall wird«.

Zur Vorstellung der aktuellen Zahlen wählte er eine Berliner Arztpraxis, in der Abhängige Diamorphin zur Substitution erhalten. Streeck kündigte Maßnahmen zur Eindämmung neuer Drogenprobleme an, die die Bundesregierung derzeit ressortübergreifend erarbeite. Ein Teil davon sollen ausgebaute Monitoring- und Frühwarnsysteme für synthetische Opioide sein, dazu kämen mehr Vorbeugung und Hilfeangebote für junge Menschen.

Mehr von Avoxa