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Baden-Württemberg 
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Drug Checking im Ländle 

Die Baden-Württembergische Landesregierung bereitet eine Verordnung für qualitätsgesicherte Drug-Checking-Angebote vor. Man wolle somit der hohen Zahl von Drogentoten begegnen.
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 03.07.2026  16:00 Uhr

Der Entwurf einer Verordnung zum Modellvorhaben für Substanzanalysen stehe zur Anhörung frei, meldet die Landesregierung auf ihrer offiziellen Internetseite. Man gehe auf diesem Wege der bundesrechtlichen Verpflichtung aus Paragraf 10b Betäubungsmittelgesetz (BtMG) und dem Koalitionsvertrag nach. Langfristiges Ziel sei es, ein modernes, evidenzbasiertes Suchthilfesystem aufzubauen. 

Denn die Lage ist aus Sicht der Landesregierung alarmierend: »Angesichts der zunehmenden Verbreitung gefährlicher synthetischer Opioide und Medikamentenfälschungen auch bei uns im Land ist Drug-Checking eine wichtige Maßnahme des Gesundheitsschutzes und der Überlebenshilfe für drogenkonsumierende Menschen«, wird Sozial- und Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand (Bündnis 90/Die Grünen) in der Regierungsmeldung zitiert.

Drug-Checking als Teil eines Maßnahmenpakets 

Via besagte Substanzanalysen können mitgebrachte, nicht regelkonform verschriebene Betäubungsmittel hinsichtlich Qualität und Quantität bewertet werden – unter einer Bedingung: Die Betroffenen werden über die Risiken der jeweiligen Substanz und des Konsums derer aufgeklärt.

Das Modellvorhaben solle einerseits ortsgebunden – beispielsweise in Suchtberatungsstellen oder Konsumräumen – als auch als mobile Angebote zur Verfügung stehen. Dort erhalten sie zusätzlich Hinweise zu Safer-Use und Informationen zu weiterführenden Hilfsangeboten. Man erhoffe sich so auch Personen anzusprechen, die bislang keine Suchthilfe erhielten. 

»Drug Checking ist aus meiner Sicht ein bedeutender Baustein in einem Maßnahmenpaket, mit dem wir der hohen Zahl von Drogentoten begegnen. Wir wollen Menschen schützen, die sonst durch unerwartet starke oder verunreinigte Substanzen ihr Leben riskieren, oft ohne jede Verbindung zum Suchthilfesystem«, erklärt Hildenbrand.

Positive Nebenwirkung sei, dass auf diesem Wege Einblicke in den Drogenmarkt gewonnen werden können. »Im Zusammenwirken mit dem bundesweiten Monitoring- und Frühwarnsystem National Early Warning System (NEWS) können wir Drogenkonsumierende und Hilfesystem gezielt warnen, wenn gefälschte Medikamente oder mit hochwirksamen synthetischen Opioiden versetzte Drogen auftauchen«, betont Minister Hildenbrand. Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) hatte den Aufbau eines solchen Frühwarnsystems kürzlich einstimmig befürwortet. 

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