| Cornelia Dölger |
| 03.07.2026 10:00 Uhr |
Mit den GKV-Sparplänen sind Einschnitte auch für die Pharmaindustrie vorgesehen. Auf die Kritik reagiert die Bundesregierung offenbar. / © imago images/McPHOTO
Gegen den dynamischen Herstellerabschlag lief die Pharmaindustrie seit Bekanntwerden der Sparpläne Sturm; die Abgabe vernichte jede Planungssicherheit und sei existenzbedrohend. Als bezeichnend gilt vor diesem Hintergrund die Ankündigung zweier Pharmariesen, ihre Investitionen in Deutschland drastisch zu kürzen. Als maßgeblich für den Rückzug hatten diese die GKV-Sparpläne des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) bezeichnet.
Dass Bundesländer, insbesondere jene mit bedeutender Pharmaindustrie, ein Interesse an der Standortwahrung haben, zeigten sie vergangene Woche bei der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin. Sie legten ein Papier vor, in dem sie die Industriestärkung forderten.
Die Bundesregierung reagiert offenbar auf den Protest. Wie schon beim Hauptstadtkongress angedeutet, will das Bundesgesundheitsministerium (BMG) offenbar einen Rückzieher machen und von einem jährlich neu zu berechnenden Abschlag absehen. Die Hinweise verdichteten sich, wie die PZ erfuhr. Statt eines dynamischen soll der fixe Abschlag beibehalten werden, allerdings deutlich erhöht.
Konkret berichtet auch das »Handelsblatt« dazu. Demnach will die Bundesregierung der Branche die geforderte Planungssicherheit geben, sie vor dem Hintergrund der Sparziele aber nicht grundsätzlich von neuen Belastungen befreien. Vielmehr habe sich die Koalition darauf geeinigt, den Herstellerabschlag auf patentgeschützte Arzneimittel von derzeit 7 Prozent deutlich anzuheben; er soll demnach künftig bei 15,5 Prozent liegen.
Das GKV-Spargesetz, das für Apotheken in erster Linie wegen des darin vorgesehenen erhöhten Kassenabschlags relevant ist, soll am kommenden Freitag Bundestag und Bundesrat passieren und damit abgeschlossen werden. Am kommenden Dienstagabend soll der Gesundheitsausschuss zu einer Sondersitzung zusammenkommen, deren einziger Tagesordnungspunkt die umstrittenen Sparpläne sind.