| Alexandra Amanatidou |
| 26.06.2026 12:00 Uhr |
Steigende Drogentotenzahlen und zunehmender Crackkonsum stellen Städte und Suchthilfeeinrichtungen vor wachsende Herausforderungen. / © Getty Images/asiandelight
Vor einer »anbahnenden Opioid-Krise« und einem Boom beim Konsum von Kokain, Crack und synthetischen Drogen warnte im Oktober Hendrik Streeck (CDU), der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Den Anstieg des Konsums belegen auch aktuelle Daten einer repräsentativen Umfrage des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit (BIÖG).
Zudem hat sich die Zahl der drogenbedingten Todesfälle in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt, wie Daten des Bundeskriminalamtes zeigen. Demnach lag diese Zahl im Jahr 2015 bei 1226 und 2024 bei 2137. Opioide sind dabei für einen erheblichen Teil der drogenbedingten Todesfälle verantwortlich: Im Jahr 2024 verzeichnete die Bundesregierung 1286 Tote im Zusammenhang mit dem Konsum von Opioiden.
Für Städte und Kommunen wird jedoch eine andere Droge zunehmend zum Problem: Crack. Dies sagten die Oberbürgermeister der Städte Köln und Düsseldorf, Torsten Burmester (SPD) und Stephan Keller (CDU), gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Auch in der Hauptstadt wird das Problem immer deutlicher: Laut einer Studie der Charité stieg die Zahl der Hilfekontakte in Berlin mit Crack als Hauptsubstanz zwischen 2022 und 2024 von 66 auf 250.
Doch Suchtberatungsstellen stoßen vielerorts an ihre Grenzen. So spricht die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen von einer chronischen Unterfinanzierung. Zudem muss die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Oldenburg, die größte Suchtklinik für Kinder und Jugendliche, in der kommenden Woche schließen. Auch hier lautet der Grund: rote Zahlen.
Eine stärkere Unterstützung von Ländern und Kommunen beim Ausbau der Versorgungsstrukturen wünscht sich auch Linda Heitmann. Die Drogenberichterstatterin von Bündnis 90/Die Grünen fordert gegenüber der PZ, dass Versorgungsketten lückenlos überall in Deutschland funktionieren. »Die flächendeckende Sicherstellung der Suchtkrankenhilfe in Deutschland ist vielerorts nicht gewährleistet«, so die Abgeordnete.