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Neuer EU-Drogenbericht
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Drogenmarkt wird komplexer und gefährlicher

Drogenkonsumenten in Europa sind mit neuen Gesundheitsrisiken konfrontiert, da sich die Drogenmärkte rasch weiterentwickeln und immer komplexer werden. Zu diesem Schluss kommt der aktuelle EU-Drogenbericht. Immer neue und oft hochwirksame Substanzen tauchen auf, gepaart mit zunehmender Gewalt.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 10.06.2026  15:30 Uhr

Die EUDA – European Union Drugs Agency hat ihren diesjährigen Drogenbericht basierend auf Daten von 29 Ländern veröffentlicht. Die Verfügbarkeit von Drogen sei allgemein groß, das Angebot werde immer vielfältiger, darunter Substanzen mit hoher Potenz oder hohem Reinheitsgrad. Immer wieder tauchten neue synthetische Cannabinoide und Opioide auf.

Jede Woche würden neue psychoaktive Substanzen (NPS) detektiert. 2025 waren es 50 solcher NPS, die zum ersten Mal in Europa aufgetaucht sind, darunter Nitazene und Orphine. Mittlerweile monitort die EUDA 1050 NPS. Zudem sei ein Polysubstanzgebrauch weit verbreitet, was das Risiko für die Konsumenten erhöht und Maßnahmen erschwert. Unter den 7600 Drogentoten im Jahr 2024 war in der Mehrheit der Fälle ein Mischkonsum festzustellen.

Nitazene sind auch ein Problem bei gefälschten Arzneimitteln. Gelabelt als Oxycodon oder Diazepam wirken sie ungleich stärker. Während 2022 noch 380 solcher Packungen in europäischen Ländern sichergestellt wurden, waren es 2023 schon rund 23.000 und 2024 sogar rund 50.000 Packungen. Es bestehen Bedenken, dass sich solche Tabletten in Bevölkerungsgruppen ohne Opioid-Toleranz, darunter auch junge Menschen, verbreiten könnten. Die EUDA koordinierte ein Netzwerk forensischer und toxikologischer Labore, um die Analysekapazitäten zu erhöhen und Erkenntnisse aus der Praxis zu gewinnen. 

Cannabis bleibt die häufigste konsumierte Droge, gefolgt von Kokain

Bei Cannabis würden sich die Wege ändern. Es kommen in Europa mehr illegale Produkte aus Kanada, den USA und Thailand, auch aufgrund von Überproduktion, fallenden Preisen und starker Konkurrenz auf dem nordamerikanischen Cannabismarkt. Dadurch gibt es hier billigere und zugleich höherpotente Produkte. Cannabis bleibt die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Europa mit schätzungsweise fast 25 Millionen Konsumenten im vergangenen Jahr.

Die EUDA warnt zudem vor der zunehmenden Nutzung von Vapes und E-Zigaretten. So wurden auch Vapes sichergestellt, die synthetische oder semisynthetische Cannabinoide enthielten. Es wird befürchtet, dass sie zum Vehikel für andere gefährliche Substanzen wie synthetische Opioide werden könnten.

Auch der Kokainkonsum nimmt zu, zumindest deuten daraufhin Abwasseranalysen aus 48 von 85 großen Städten hin. Die EUDA schätzt, dass rund 4,3 Millionen Europäer im vergangenen Jahr gekokst haben. Kokain war wohl auch bei mehr als jedem vierten Todesfall durch Drogen mitbeteiligt und führte am häufigsten zu Notfallaufnahmen.

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