| Theo Dingermann |
| 30.10.2026 08:00 Uhr |
Eine Mittelmeerdiät wird zur Prävention von chronischen Erkrankungen empfohlen. Wie gut man die Ernährungsweise einhält, lässt sich im Blut bestimmen, zeigen aktuelle Studien. / © Adobe Stock/Avr Di
Eine Mittelmeerdiät ist mit einer Reihe von gesundheitlichen Vorteilen verbunden und wird auch stark erforscht. Bislang wird die Einhaltung entsprechender Ernährungsempfehlungen überwiegend mithilfe von Fragebögen erfasst. Diese sind jedoch anfällig für Erinnerungsfehler und subjektive Fehleinschätzungen. Die Metabolomik bietet dagegen die Möglichkeit, ernährungsbedingte Veränderungen des Stoffwechsels unmittelbar anhand von Blutproben zu charakterisieren. Ein internationales Forschungsteam um Professor Dr. Estefanía Toledo von der Universität Navarra in Pamplona, Spanien, hat nun untersucht, ob eine bereits zuvor entwickelte metabolomische Signatur der mediterranen Ernährung auch Rückschlüsse auf das langfristige Sterblichkeitsrisiko erlaubt.
Die Ergebnisse ihrer Arbeit publizierten die Forschenden jetzt im »American Journal of Clinical Nutrition«. Mit diesen Ergebnissen eröffnen sich neue Perspektiven für eine objektive, biomarkerbasierte Bewertung von Ernährungsgewohnheiten und deren langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen.
Die Forschenden analysierten zunächst Daten von 1880 Teilnehmern der spanischen PREDIMED-Studie, einer randomisierten Interventionsstudie zur kardiovaskulären Primärprävention. Die durchschnittlich 67 Jahre alten Probanden wiesen ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko auf und waren entweder einer mediterranen Ernährung mit zusätzlichem Olivenöl beziehungsweise Nüssen oder einer fettarmen Kontrolldiät zugeteilt worden. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 13,2 Jahre.
Zur unabhängigen Validierung dienten Daten von weiteren 12.704 Personen aus drei großen US-amerikanischen Kohorten, der Nurses’ Health Study I und II sowie der Health Professionals Follow-up Study, mit einer Nachbeobachtungszeit von durchschnittlich 25 Jahren.
Die verwendete metabolomische Signatur umfasst 67 Substanzen, darunter 45 Lipid- und Acylcarnitinspezies, 19 Aminosäuren, zwei Vitamine und ein Xenobiotikum. Bestimmt wurden die Metabolite mittels Flüssigchromatografie und Tandem-Massenspektrometrie. Die einzelnen Konzentrationen gingen mit zuvor festgelegten Gewichtungsfaktoren in einen gemeinsamen Score ein, der die Übereinstimmung des individuellen Stoffwechselprofils mit einer mediterranen Ernährungsweise widerspiegelt, also die Adhärenz einer Person zur Mittelmeerdiät zeigte.