| Jennifer Evans |
| 23.07.2026 14:30 Uhr |
Unter Stress verändert sich die Stimme. Das ist messbar. Die Informationen ließen sich in Notsituationen gut nutzen. / © Getty Images/New Africa
Tonhöhe, Lautstärke und Pausen sind die Merkmale einer Stimme, die am empfindlichsten auf Veränderungen der Atmung sowie auf körperliche Belastung reagieren. Bei Stress nehmen sowohl Tonhöhe als auch Lautstärke zu, während Letztere außerdem instabiler wird. Da Sprecherinnen und Sprecher mehr Zeit für die Atmung aufwenden müssen, verlangsamt sich ihr Sprechtempo und wird segmentierter, mit längeren und häufigeren Pausen.
»Körperliche Anstrengung verändert direkt die Atmung und die Stimmbildung, und da die Sprache dasselbe Atmungssystem nutzt, wirken sich diese Veränderungen auf Tonhöhe, Timing und Stimmqualität aus«, betont die Informatikerin Dr. Zahra Omidi von der Universität Texas in einer Mitteilung der »Acoustical Society of America«.
Das Problem: Sprechen Menschen, während sie körperlich aktiv sind oder unter Stress stehen, haben es Spracherkennungssysteme schwer, sie zu verstehen. Sie haben der Wissenschaftlerin zufolge mit Sprache zu kämpfen, die von der Norm abweicht.
Das kann zum Beispiel bei Rettungseinsätzen oder militärischen Operationen relevant sein. Manchmal lägen die stimmlichen Veränderungen zwar unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle, seien aber dennoch messbar, so Omidi. Sie plädiert daher dafür, die Systeme mit Blick auf Notfallsituationen nicht nur auf Linguistik zu trainieren, sondern ihnen auch stressbedingte Stimmmuster beizubringen.