Nach langen Wanderungen bei großer Hitze kann eine sogenannte Wanderkrätze auftreten. Die Hautreaktion ist harmlos und selbstlimitierend. / © Adobe Stock/oneinchpunch
In den warmen Sommermonaten und nach sportlicher Betätigung kann sich eine Purpura d’effort ausbilden. Hierbei handelt es sich um eine Einblutung in die Haut, die sich als rote bis violette Punkte oder Flecken zeigt. Die Ursache sind Mikroverletzungen kleiner Kapillaren, wodurch das Blut in umliegendes Gewebe austritt.
Bei einer Purpura d’effort treten diese subkutanen Einblutungen an den Unterschenkeln in Folge intensiver und langer Wanderungen oder Laufeinheiten auf. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch das Wetter: Heiße Temperaturen fördern die Druckerhöhung in den Blutgefäßen zusätzlich.
Die deutschen Bezeichnungen Wander- oder auch Pilgerkrätze zeigen an, dass die Kapillarverletzungen infolge von Belastung entstehen. Der Begriff »Krätze« ist jedoch irreführend, denn Gemeinsamkeiten mit der echten Krätze (Scabies) gibt es weder pathophysiologisch noch morphologisch.
Neben der Purpura als typischem Symptom treten häufig auch Brennen, Juckreiz sowie leichte Schmerzen oder Schwellungen innerhalb von 24 Stunden nach der körperlichen Aktivität auf. Die Hautreaktion zeigt sich in der Regel beidseitig mit intakter Haut. Ein charakteristisches Merkmal ist, dass die von Socken bedeckte Haut keine Veränderungen zeigt: Die Flecken beginnen scharf abgegrenzt oberhalb der Sockenkante.
Die Rötungen bei einer Purpura d’effort beginnen scharf begrenzt oberhalb der Sockenkante. / © Shutterstock/Evgeniya Sheydt
Die Wanderkrätze kommt meist bei gesunden und körperlich aktiven Menschen vor. Normalerweise heilt sie innerhalb von ein bis zwei Wochen von allein aus und bedarf keiner speziellen Therapie. Es handelt sich demnach um eine harmlose Hautreaktion. Dennoch ist es wichtig, Apothekenkunden mit derartigen Beschwerden eine ärztliche Abklärung anzuraten.
Es gibt Ähnlichkeiten mit anderen Erkrankungen, die teilweise lebensbedrohlich sein können. Hierzu zählt zum Beispiel eine Vaskulitis, die auf eine Autoimmunerkrankung zurückgeht. Bei einseitiger Schwellung, Hitzegefühl und Rötung sollte man auch eine mögliche tiefe Beinvenenthrombose im Hinterkopf haben. Außerdem sind eine Wundrose, mögliche Ursachen einer erhöhten Blutungsneigung sowie eine thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP) auszuschließen.
Letztere geht auf einen Enzymmangel zurück: es bilden sich Blutgerinnsel in den kleinsten Kapillaren. Unerkannt und unbehandelt tritt häufig innerhalb kurzer Zeit ein lebensbedrohlicher Zustand ein. Auch Fieber, ein schlechtes Allgemeinbefinden, unklare Hautveränderungen wie Bläschen und eine rasche Ausbreitung auf andere Areale sind Gründe, einen Arztbesuch anzuraten.