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Russische Covid-19-Vakzine

»Sputnik«-Impfstoff zu 92 Prozent wirksam

Datengrundlage ist noch sehr dünn

Gegenüber der Nachrichtenseite des Fachjournals »Nature« äußerten internationale Experten Zweifel an der Verlässlichkeit der neuen Daten zu »Sputnik V«. »Ich würde aus 20 Fällen noch gar nichts schließen«, sagte Shane Crotty, Immunologe und Impfstoffexperte am La Jolla Institute for Immunology in California. Es sei schwierig, ohne weitere Informationen die Ergebnisse der klinischen Prüfung zu interpretieren. Da Russland anders als Biontech und Pfizer das Protokoll der Sputnik-Studie nicht veröffentlicht hat, ist unklar, ob die Interimsanalyse nach 20 Fällen geplant war oder nicht.

Biontech und Pfizer hatten zunächst eine Zwischenauswertung nach 32 Fällen geplant, änderten dies jedoch in Absprache mit der US-Zulassungsbehörde FDA auf 62. Letztlich berücksichtigt wurden dann noch mehr, nämlich 94. Eine höhere Zahl an Coronafällen bedeutet eine höhere Verlässlichkeit der geschätzten Wirksamkeit. Gegenüber dem UK Science Media Centre betonte Stephen Evans, Epidemiologe an der London School of Hygiene and Tropical Medicine, dass eine weitere Nachbeobachtung der Probanden in der Sputnik-Studie notwendig sei. »Die jetzt vorgelegten Ergebnisse sind mit einer deutlich niedrigeren Wirksamkeit – 60 Prozent – kompatibel.«

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