| Melanie Höhn |
| 19.05.2026 15:35 Uhr |
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will Deutschland und Europa als starken Standort positionieren. Sie thematisierte auch das GKV-Spargesetz. / © PZ/Höhn
In ihrer Keynote betonte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), wie wichtig die Gesundheitswirtschaft in Deutschland als eigenständiger Wachstumsmotor ist. Sie sei ein »zentraler Pfeiler unserer Wirtschaft« und habe dabei eine besondere Dynamik: Neue Arzneimittel, moderne Medizintechnik, KI in der Versorgung und Diagnostik sowie personalisierte Medizin würden bereits heute die Versorgung der Patientinnen und Patienten verändern, so Warken.
Zudem betonte sie die Problematik der weltweiten geopolitischen Unsicherheiten und fragilen Lieferketten. Vor allem durch die US-Politik im Hinblick auf Zölle und die »most favored nation« würden sich globale Rahmenbedingungen verändern. Der Standort Deutschland sei dennoch durch seinen breiten Zugang zu innovativen Arzneimitteln »hochattraktiv«; gleichzeitig wachse der Druck auf den Innovationsstandort Europa, unter anderem auch durch China.
»Deshalb ist es wichtig, Deutschland und Europa als starken Standort zu positionieren«, sagte Warken. »Das kommt unmittelbar der Versorgung der Patienten zugute.« Wichtig sei, dass das BMG die Branche stärken wolle, weil daran Arbeitsplätze hingen und weil die Versorgung der Bevölkerung davon abhänge. Zudem wolle die Bundesregierung den Austausch mit der Pharmaindustrie weiter intensivieren. »Gute Rahmenbedingungen für Innovation entstehen nicht in einem Ministerium«, so Warken. »Innovation soll sich lohnen.«
Des Weiteren betonte Warken, dass sich die digitale Gesundheitswirtschaft besonders dynamisch entwickelt. »Schon heute verändert KI Forschung, Diagnostik und Versorgung«, erklärte die Ministerin. »Der Gesundheitsbereich ist weltweit der Bereich mit den wichtigsten Anwendungsfeldern generativer KI.« Das Forschungsdatenzentrum Gesundheit beispielsweise schaffe die Voraussetzungen, dass Gesundheitsdaten für KI-gestützte Forschung besser genutzt werden können.
Auch zum GKV-Spargesetz äußerte sich die Ministerin: »Ein starkes Gesundheitssystem braucht auch finanzielle Verlässlichkeit und Stabilität. Deswegen wollen wir die Beitragssätze für die Versicherten und Unternehmen stabilisieren.« Weiter erklärte sie: »Alle Beteiligten werden einen angemessen Beitrag dazu leisten müssen.« Ihr sei ein ausgewogener Vorschlag wichtig.
Zudem sollten mit dem Gesetz Regelungen abgeschafft werden, die innovationshemmend für die Pharmaindustrie sind. Beispielsweise sollen neu eingeführte Arzneimittel vom dynamischen Teil des Herstellerabschlags ausgenommen werden.
Warken sei sich bewusst, dass das Sparpaket für »viele eine Zumutung darstellt«, es sei jedoch »ausgewogen«. Es brauche den Mut zu Innovation und Tempo und eine enge Zusammenarbeit von Politik, Wissenschaft und Versorgung. »Lassen Sie uns den Weg gemeinsam gehen«, so Warken.