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Corona-Impfung

Spahn knüpft Impfstart in Praxen an 3 Millionen Impfdosen pro Woche

Deutschlandweit bereiten sich Ärzte, Apotheker und Großhändler auf die Corona-Impfung in den Praxen vor. Den Startschuss will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erst erteilen, wenn pro Woche mindestens 3 bis 5 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen. Das könnte bereits im April der Fall sein.
Stephanie Schersch
26.02.2021  16:00 Uhr

Der Bundesgesundheitsminister wird in diesen Tagen nicht müde zu betonen, dass die Impfungen gegen das Coronavirus deutschlandweit an Fahrt aufnehmen. Nach einem recht holprigen Start im Dezember soll die Zahl der pro Tag verabreichten Dosen nun zügig nach oben und der Kampf gegen die Pandemie damit in die entscheidende Phase gehen. Bislang wird fast ausschließlich in den dafür extra eingerichteten Zentren und über mobile Teams geimpft. Schon bald sollen aber auch die niedergelassenen Ärzte ihre Patienten gegen das Coronavirus immunisieren.

Einen genauen Zeitplan für diesen Umschwung gibt es bisher offiziell nicht. Zuletzt hatte der Minister lediglich das »frühe Frühjahr« als einen etwas schwammigen Zeitpunkt genannt. Klar ist, dass Deutschland deutlich mehr Impfdosen braucht, um diesen wichtigen Schritt zu gehen. Das hatte auch Regierungssprecher Steffen Seibert in dieser Woche noch einmal betont. So möchte die Bundesregierung unbedingt verhindern, dass es am Ende zu wenige Impfstoffe gibt und die Ärzte damit alleine vor der Entscheidung stehen, an wen sie die knappe Ressource verteilen. Im Bundestag nannte Spahn nun eine konkrete Zahl, an die er die Einbindung der niedergelassenen Mediziner knüpft. Demnach müssen pro Woche mindestens 3 bis 5 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen, um den Startschuss für die Impfung in der Arztpraxis zu erteilen.

Mindestens 63,3 Millionen Dosen im zweiten Quartal

Von dieser Zielmarke ist Deutschland aktuell noch weit entfernt. So verfügen die Impfzentren in dieser Woche über rund 2 Millionen Dosen Impfstoff, wie ein Papier aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zeigt, das der PZ vorliegt. In den kommenden Wochen dürfte sich die Menge allerdings deutlich erhöhen. So rechnet das Ministerium für das zweite Quartal mit mindestens 63,3 Millionen Impfdosen. Sollten bis dahin auch Johnson und Johnson sowie Curevac Vakzine auf den Markt gebracht haben, kämen weitere 13,6 Millionen Dosen hinzu. Darüber hinaus dürfte auch Moderna zusätzlichen Impfstoff nach Deutschland liefern. Erst vor wenigen Tagen hatte die EU-Kommission einen Vertrag mit dem US-Konzern über insgesamt 300 Millionen weitere Dosen angekündigt.

Rein rechnerisch wird Deutschland damit im zweiten Quartal über durchschnittlich mindestens 5 Millionen Impfdosen pro Woche verfügen. Bislang fehlen dem BMG allerdings eindeutige Lieferzusagen für den April. Sobald diese vorlägen, könne man die Einbindung der Praxen besser einschätzen, sagte Spahn am Freitag vor der Bundespressekonferenz. Bis es so weit ist, gebe es allerdings noch einige Fragen zu klären, darunter die Vergütung der Ärzte für die Impfleistung. Auch mit Apothekern und Großhändlern stehe das BMG in engem Kontakt, um den Vertrieb der Impfstoffe zu organisieren.

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