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Bestellobergrenzen für Comirnaty

Spahn: Es ist genug Impfstoff für alle da

Die geplante Kontingentierung des Coronavirus-Impfstoffs Comirnaty hat für große Aufregung in Deutschland gesorgt. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält diesen Schritt für unausweichlich. Bis Ende des Jahres sollen dennoch 50 Millionen Dosen mRNA-Impfstoff zur Verfügung stehen. Viele Praxen und Apotheken hätten zudem bereits eine Art Puffer aufgebaut.
Stephanie Schersch
Benjamin Rohrer
22.11.2021  12:44 Uhr

Hinter Jens Spahn (CDU) dürfte wieder einmal ein unruhiges Wochenende liegen. Am Freitag waren Pläne des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) bekannt geworden, in der deutschen Impfkampagne künftig verstärkt Spikevax® von Moderna zum Einsatz zu bringen. Für Comirnaty® gilt ab sofort eine Bestellobergrenze, so sollen vorerst pro Woche nur noch 2 bis 3 Millionen Dosen des Biontech-Vakzins in die Auslieferung gehen.

Die Ankündigung des BMG stieß auf breite Kritik in Politik und Gesellschaft. Ein Grund dafür ist die Erklärung, die das Ministerium für die geplante Kürzung zunächst bot. Demnach droht einigen Moderna-Dosen auf Lager im ersten Quartal 2022 der Verfall. Am heutigen Montag nun war der Bundesgesundheitsminister bemüht, das Bild ein Stück weit wieder geradezurücken. Demnach ist das Ablaufdatum der Impfstoffe »zwar ein wichtiger, aber nicht der entscheidende Grund«, betonte Spahn vor der Bundespressekonferenz in Berlin.

»Wir halten nichts zurück«

Wie es aussieht, war die Bundesregierung selbst überrascht von der großen Nachfrage nach Booster-Impfungen. Die hatte im Laufe der vergangenen Tage plötzlich angezogen. Für diese Woche haben Ärzte und Impfzentren die Rekordsumme von 6,3 Millionen Impfdosen bestellt und dabei zu mehr als 90 Prozent auf Comirnaty gesetzt. Damit hätten sich die Lager des Bundes schnell geleert, so Spahn. »Wir halten nichts zurück.« Auch neue Lieferungen von Biontech würden sofort in die Auslieferung an die Ärzte gehen.

Der Minister geht zudem davon aus, dass viele Stellen wie Arztpraxen, aber auch Apotheken bereits über Impfstoffpuffer verfügen. Dies zeige ein Abgleich der Bestellungen mit der Anzahl der bereits erfolgten Impfungen. Demnach dürften mit den heute ausgelieferten Impfstoffen rund 8 bis 9 Millionen Biontech-Dosen unverimpft lagern. Der Aufbau eines Puffers sei gut, so Spahn. »Das haben wir so aber nicht erwartet.«

Bis Jahresende sollen insgesamt 24 Millionen Dosen Comirnaty zur Verfügung stehen. Zugleich hat sich die Bundesregierung das Ziel von 25 bis 30 Millionen Boosterimpfungen bis Ende Dezember gesetzt. »Ein Großteil der Auffrischimpfungen wird also mit Biontech möglich sein«, betonte Spahn. Aber: »Auch Moderna kann, soll und muss in die Verimpfung.« Rund 16 Millionen Dosen Spikevax hat der Bund demnach auf Lager, weitere Lieferungen sind unterwegs. Bis zum Jahreswechsel sollen auf diese Weise insgesamt 50 Millionen Dosen mRNA-Impfstoffe bereitstehen. »Damit ist genug für alle anstehenden Impfungen da«, so der Minister. Zudem stehe Deutschland mit Biontech bereits im Gespräch über mögliche Nachlieferungen.

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