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Bestellobergrenze

Ärzte können maximal 5 Vials Comirnaty bestellen

Die Bundesregierung will in der deutschen Impfkampagne künftig verstärkt Spikevax® von Moderna zum Einsatz bringen. Für die kommende Woche können Ärzte daher maximal fünf Vials Comirnaty® bestellen. Bis Anfang Dezember werden zudem Klebeetiketten für das Moderna-Vakzin fehlen.
Stephanie Schersch
22.11.2021  10:04 Uhr
Ärzte können maximal 5 Vials Comirnaty bestellen

Seit einigen Tagen steht die Impfkampagne in Deutschland wieder einmal ein Stück auf dem Kopf. Hintergrund ist eine Ankündigung des geschäftsführenden Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU). Für Auffrischimpfungen soll in den kommenden Wochen demnach verstärkt Spikevax® von Moderna zum Einsatz kommen, Comirnaty® wird kontingentiert ausgeliefert. Zum ersten Mal seit dem Sommer können Ärzte das Biontech-Vakzin damit nicht mehr frei bestellen und müssen sich an Bestellobergrenzen orientieren. Auch in den Apotheken wird die Abwicklung der Impfstoffe damit erneut kompliziert.

Nach Angaben des Deutschen Apothekerverbands können Ärzte an diesem Dienstag maximal 30 Dosen (5 Vials) Comirnaty für Kalenderwoche 48 (29. November bis 5. Dezember) ordern. Für Impfzentren und ihre mobilen Teams liegt die Schwelle bei 1020 Dosen (170 Vials). Spikevax ist hingegen unbegrenzt verfügbar, ebenso Vaccine Janssen® (Johnson & Johnson).

Mehr als 90 Prozent aller Bestellungen entfallen auf Comirnaty

Nach Angaben aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) sollen ab KW 48 rund 2 Millionen Biontech-Dosen pro Woche in die Versorgung gehen. Wie sehr die neuen Bestellgrenzen damit abweichen vom eigentlichen Bedarf, zeigt ein Blick auf die aktuellen Lieferzahlen. Demnach haben Praxen und Betriebsärzte allein für die laufende Woche 4,6 Millionen Dosen Comirnaty bestellt, Amtsärzte und Impfzentren noch einmal 1,3 Millionen. Damit entfallen mehr als 90 Prozent aller Bestellungen auf das Biontech-Vakzin. Insgesamt sollen an diesem Montag 6,3 Millionen Dosen Covid-19-Impfstoffe in die Auslieferung gehen.

Bis zum Ende des Jahres sollen laut BMG mehr als 40 Millionen Dosen mRNA-Impfstoff für das Boostern zur Verfügung stehen. Ein Grund für den verstärkten Fokus auf Moderna ist das Ablaufdatum bereits eingelagerter Spikevax-Dosen, denen bis zur Mitte des ersten Quartals 2022 der Verfall droht. »Es muss unser gemeinsames Anliegen sein, dies mit allen Mitteln zu vermeiden«, schreibt BMG-Staatssekretär Thomas Steffen in einem Brief an die Bundesländer.

Darüber hinaus sind mit Moderna bis Ende Dezember größere Lieferungen vereinbart. Demnach sollen allein im Dezember 31,5 Millionen Dosen Spikevax nach Deutschland kommen. Von Biontech werden hingegen lediglich 11,1 Millionen Dosen erwartet, 2,4 Millionen Dosen davon sollen auf den angekündigten speziellen Kinderimpfstoff entfallen. 

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