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Umweltbundesamt empfiehlt

Sofort lüften, wenn jemand niest oder hustet

Um eine Ansteckung mit dem Coronavirus in Innenräumen zu vermeiden, sollte Experten des Umweltbundesamts zufolge nach jedem Niesen oder Husten sofort stoßgelüftet werden. Neue Erkenntnisse zum Maskentragen in geschlossenen Räumen gibt es von der TH Mittelhessen.
dpa
PZ
13.08.2020  12:22 Uhr

Die »Kommission Innenraumlufthygiene« am UBA empfiehlt weiter, in Schulen in jeder Pause »intensiv bei weit geöffneten Fenstern« zu lüften, spätestens nach 45 Minuten Unterricht. Fenster dauerhaft gekippt zu halten, reiche dagegen in stark belegten Räumen nicht aus. Frischluft sei unabhängig von weiteren Schutzmaßnahmen wie Mindestabständen, Hygieneregeln oder Mund-Nase-Masken notwendig. Die Stellungnahme liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Komme es »bei einzelnen Personen zu Krankheitssymptomen wie wiederholtes Niesen oder Husten«, solle »unmittelbar gelüftet werden«, heißt es darin. Das gelte nicht nur für Klassenzimmer, sondern auch Büros und Wohnungen. Räume, in denen Sport getrieben werde, sollten deutlich häufiger gelüftet werden – die Kommission empfiehlt fünfmal pro Stunde oder öfter. Wenn etwa wegen eines Familienbesuchs in Wohnungen viele Menschen in einem Raum sind, empfehlen die Experten, währenddessen zu lüften. Die Empfehlungen sollen helfen, das Risiko für die Ansteckung mit SARS-CoV-2 »deutlich zu verringern«, heißt es in der Stellungnahme.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Virus sich unter anderem über Aerosole in der Luft verbreite – diese  enthalten Flüssigkeitspartikel kleiner als 5 µm, die beim Atmen, Husten, Sprechen und Niesen entstehen. Konsequentes Lüften könne das Risiko für Ansteckungen deutlich reduzieren, aber keinen hundertprozentigen Schutz bieten, heißt es in der Stellungnahme der Kommission.

Lüftungsanlagen sollten der Kommission zufolge so eingestellt werden, dass sie frische Luft in die Räume bringen und keine Abluft beimengen, von Umluft-Systemen wird also abgeraten. Auch mobile Luftreiniger halten die Experten nicht für einen geeigneten Ersatz fürs Lüften – sie könnten höchstens zusätzlich eingesetzt werden.

Sogenannte CO2-Ampeln könnten den Empfehlungen zufolge etwa in Schulen als Anhaltspunkt dafür dienen, ob gelüftet werden müsse. Eine CO2-Konzentration von höchstens 1000 ppm zeige »unter normalen Bedingungen einen hygienisch ausreichenden Luftwechsel an«.

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