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Umweltbundesamt empfiehlt
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Sofort lüften, wenn jemand niest oder hustet

Um eine Ansteckung mit dem Coronavirus in Innenräumen zu vermeiden, sollte Experten des Umweltbundesamts zufolge nach jedem Niesen oder Husten sofort stoßgelüftet werden. Neue Erkenntnisse zum Maskentragen in geschlossenen Räumen gibt es von der TH Mittelhessen.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 13.08.2020  12:22 Uhr

Was bringen Schutzmasken in Klassenzimmern und Büros?

Wie sich in geschlossenen Räumen das Risiko einer Ansteckung minimieren lässt, haben vor Kurzem auch Forscher der Technischen Hochschule Mittelhessen untersucht. Genauer gesagt, hat die Gruppe unter Leitung der Professoren Dr. Henning Schneider und Dr. Keywan Sohrabi vom Gießener Fachbereich Gesundheit simuliert, wie das Tragen von Masken eine Verbreitung des Coronavirus in Innenräumen wie Büros und Klassenzimmern beeinflusst.

Die Gießener Wissenschaftler haben die Ausbreitung von Aerosolen mittels numerischer Strömungsmechanik untersucht. Dabei wird die Verteilung von Partikeln in der Luft über Laser gemessen. Die Forscher simulierten ein einmaliges Niesen an einem Standard-Büroarbeitsplatz mit Monitor, welcher das Strömungsverhalten beeinflusst.

Ohne Maske verbreitete sich die Aerosolwolke innerhalb einer Sekunde mehr als 2,5 Meter in Niesrichtung. »Sie kann maximal bis zu acht Meter weit reichen«, berichteten die Forscher. Trägt man eine Alltagsmaske aus Baumwolle, wird die Ausbreitung über 1,5 Meter hinaus dagegen verhindert. Außerdem reduziere sich die Ausbreitungsgeschwindigkeit und die Partikel sänken schneller ab. Die Wissenschaftler urteilen: »Sie ist ein effektiver Schutz, wenn man die üblichen Abstandsregeln einhält.« Inzwischen ist auch bekannt, dass Masken nicht nur die Mitmenschen, sondern auch den Träger selbst schützt.

Die Forscher untersuchten auch FFP-Masken. Diese Masken sind dichter gewebt und sitzen enger. Das hat auch einen Nachteil, heißt es von der TH Mittelhessen:  Durch den hohen Druck auf die Maske während des Niesens entweiche ein Teil der Aerosole nach oben.

Als drittes testete die Gießener Arbeitsgruppe Gesichtsvisiere, auch Face Shields genannt. »Sie lenken das Aerosol vor allem nach unten und seitlich nach hinten ab«, erklären die Forscher. »Bei einem Abstand von mehr als eineinhalb Metern bieten sie einen guten Schutz.« Am besten Schnitt jedoch eine Kombination aus Baumwollmaske und Gesichtsvisier ab. Dies sei allerdings auch die anstrengendste Variante für den Träger und über einen längeren Zeitraum niemandem zuzumuten.

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