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Belieferung der Hausarztpraxen

So rechnen die Apotheken die Covid-19-Impfstoffe ab

Seit bald drei Wochen beliefern die Apotheken die Hausarztpraxen mit Covid-19-Impfstoffen. Wie sie die Bereitstellung abrechnen, bei der sie auch für den Großhandel in Vorleistung gehen, war bislang ungeregelt. Nun präsentiert die ABDA einen Leitfaden, der das Abrechnungsprozedere festlegt. Es ist demnach mit den Apothekensoftwarehäusern und den Rechenzentren abgestimmt. Das Verfahren soll ab dem 1. Mai greifen.
Ev Tebroke
22.04.2021  08:30 Uhr

Die Bereitstellung der Covid-19-Impfstoffe für die Hausarztpraxen hat in den vergangenen Wochen für viel Aufregung und Koordinationsgeschick in den Apotheken gesorgt. Denn für die Vorbestellung der Impfstoffe in den Apotheken durch die Praxen gab es wöchentlich andere Vorgaben durch das BMG. So sollten die Ärzte in der ersten Woche die Impfstoffe generisch bestellen, in der zweiten Woche dann aber namentlich und in der dritten Woche gab es kurzfristig nur noch den Impfstoff von Biontech/Pfizer (Comirnaty®), weil der von Astra-Zeneca (Vaxzevria®) nicht ausreichend zur Verfügung stand.

Abgesehen von den Unwägbarkeiten bei den jeweils bereitstehenden Liefermengen gab es zudem keine konkreten Vorgaben, wie die Apotheken ihre Dienstleistung, also die Bereitstellung und die Belieferung der Praxen mit Impfstoffen abrechnen können. Denn die am 1. April in Kraft getretene Neufassung der Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) regelt zwar die Logistik der Impfstoffe vom Großhandel über die Apotheken in die Arztpraxen, sowie die jeweilige Vergütungshöhe. Sie legt aber nicht fest, wie die Apotheken ihre und die Leistungen des Großhandels, für die sie in Vorleistung gehen müssen, mit dem Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) abrechnen sollen, diese Angaben fehlten. Das Problem scheint jetzt gelöst: Die ABDA hat einen Leitfaden erarbeitet, der festlegt, wie die Bedruckung auf einem (Muster-16) Formular mit den Covid-19-Impfstoffbestellungen aussehen soll.

Geplante Kürzung der Großhandelsvergütung beachten

Die Bundesvereinigung weist dabei ergänzend im Vorfeld auf zwei Besonderheiten hin. Demnach stellt ABDATA die entsprechenden Berechnungssätze in den Datenbeständen des Artikelstamms Plus V ab dem 1. Mai 2021 zur Verfügung. Ursprünglich sollte die Vergütung des Großhandels ab dem 10. Mai gekürzt werden, sodass dann auch eine Anpassung der Abrechnungspreise notwendig wäre. Jedoch plant das BMG mit einer erneuten Änderung der Corona-Impfverordnung diese Frist bis zum 30. Mai zu verlängern. Die ABDA sieht derzeit noch den 10. Mai als Stichtag vor. Ab dann sollen im Artikelstamm Plus V zwei getrennte Berechnungssätze mit den jeweils vereinbarten Pauschalen abgebildet werden. Die Apotheker müssten dann bei der Bedruckung vor und nach diesem Stichtag eine entsprechende Auswahl in ihrem Warenwirtschaftssystem vornehmen. Dieses wird mit einer geänderten Verordnung dann hinfällig.

Zur Erinnerung: Die Apotheken bekommen für die Bereitstellung der Impfstoffe zunächst 6,58 Euro netto je Durchstechflasche. Diese Vergütung soll unter Berücksichtigung des zu ermittelnden tatsächlichen Aufwands möglicherweise angepasst werden. Die ABDA ist deshalb bis zum 17. Mai 2021 verpflichtet, dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) eine Aufstellung des tatsächlichen Aufwands zu übermitteln. Der Großhandel wiederum bekommt derzeit pro abgegebene kühlpflichtige Durchstechflasche 9,65 Euro netto und je abgegebener ultra- oder tiefkühlpflichtige Durchstechflasche 11,55 Euro netto. Ab dem 10. Mai 2021 soll die Großhandelsvergütung laut geltender Verordnung auf 6,55 Euro netto gekürzt werden. Darüber hinaus rechnet der Großhandel auch das Impfzubehör über die Apotheken ab. Hierfür sieht die Verordnung eine zusätzliche Vergütung in Höhe von 1,65 Euro netto je abgegebener Durchstechflasche vor. Die Vergütungshöhen sowie die geplante Kürzung bleiben bei der geplanten geänderten Corona-Impfverordnung unverändert, lediglich der Zeitpunkt der Anpassung verschiebt sich auf den 30. Mai.

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