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Atmen mit Mundschutz

Sind Masken für alle Personen geeignet?

Das Tragen von Masken ist jetzt in allen Bundesländern zur Vorschrift geworden. Ist das Atmen durch die Masken für alle Menschen geeignet?
dpa
PZ
24.04.2020
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Prinzipiell sei das Tragen von Masken – auch über einen längeren Zeitraum – kein Problem, betonte der Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts, Professor Dr. Lars Schaade, heute in einem Pressebriefing. Die Atembarriere, die der Stoff darstelle, sei nicht sehr stark ausgeprägt. Für Personen mit eingeschränkter Lungenfunktion, etwa Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), könnte das Tragen aber doch unangenehm sein. »Eine Maske wird von diesen Personen nicht gut akzeptiert«, so Schaade. Man sollte sie nicht allzu stark motivieren, eine Maske anzulegen, sondern besser passiv vor Ansteckung zu schützen. Dies bedeutet, dass sie weitestgehend zuhause bleiben und andere Personen in ihrer Umgebung einen Mundschutz tragen sollten.

Derzeit kursieren laut einem Bericht der Deutschen Presseagentur Behauptungen, dass das Tragen von Masken auch gesundheitsschädigende Effekte haben könnte, weil die Luft beim Ausatmen nicht entweichen könne und daher der Anteil von Kohlendioxid (CO2) im Blut steige. Besonders für kleine Kinder sei das gefährlich. Dem widerspricht der Berliner Mediziner und Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Dr. Jakob Maske . Alle können einen Mundschutz aus Stoff tragen. »Das ist gar kein Problem«, so Maske. »CO2 ist ein Gas und bleibt im Stoff nicht hängen.« Dieser sei ja kein luftundurchlässiges Plastik. Von komplett geschlossenen Abdeckungen – wie etwa Staubschutzmasken aus dem Baumarkt – rät der Kinderarzt allerdings ab.

Erwachsene atmeten mehr Luft ein und aus als Kinder. Das geringere Lungenvolumen bei Kindern sei jedoch nicht so klein, als dass die Atemluft Platz zwischen Gesicht und Mundschutz hätte, so Maske. »Da besteht auch für kleinste Kinder keinerlei Gefahr.« Mit jedem Atemzug komme wieder ausreichend frische, sauerstoffreiche Luft in die Lungen.

Nicht für Kinder unter zwei Jahren

Es gibt jedoch altersbedingte Einschränkungen. »Unter zwei Jahren kann ein Kind kaum einen Gesichtsschutz tragen«, sagte der Kinder- und Jugendarzt Dr. Ulrich Fegeler, ebenfalls Mitglied des Verbandes BVKJ. »Und sollten Spielplätze wieder frei zugänglich sein, birgt der Mund-Nasen-Schutz auch die Gefahr, dass ein Kind daran hängen bleiben kann.«

Zudem: Wer sich selbst einen Schutz bastelt, sollte keine Staubsaugerbeutel verwenden. Denn diese enthalten nach Angaben des Drogerieunternehmens dm häufig ein feines antibakteriell wirkendes Pulver. Dieses einzuatmen sei »sowohl für Lunge als auch Verdauungsorgane gesundheitsschädigend«, heißt es. Eine eng anliegende Maske soll dazu dienen, Tröpfchen abzufangen, die etwa beim Sprechen ausgestoßen werden – und so den Erreger Sars-CoV-2 weitertragen könnten. Geatmet wird durch das Material, Luft dringt aber auch von den Seiten her ein. Eine Maske diene immer nur als ergänzende Maßnahme zu Hygiene- und Abstandsregeln, mahnte Fegeler.

Bakterien und Viren im Mundschutz

Wegen einer potenziellen bakteriellen Besiedlung des Mundschutzes sollten die Masken nur so lange getragen werden, bis die durchgefeuchtet sind, sagte RKI-Vizepräsident Schaade. Einwegprodukte sollten dann rasch entsorgt, andere Masken entsprechend gereinigt werden, bevor man sie wiederverwendet. Dafür reiche es aus, sie zu trocknen und heiß zu bügeln, da Viren und Bakterien durch Hitze inaktiviert werden. Da es sich bei Coronaviren um behüllte Viren handele, können diese auch durch Waschen der Masken mit Tensiden beseitigt werden.

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