Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Glaukomtherapie
-
Sehnervenschäden aufhalten

Das Glaukom ist nach dem Katarakt weltweit die zweithäufigste Erblindungsursache. Das Tückische daran: Die meisten Betroffenen nehmen die typischen Gesichtsfeldausfälle erst wahr, wenn bereits große Teile des Sehnervs zerstört sind.
AutorPZ
AutorClara Wildenrath
Datum 10.04.2022  08:00 Uhr

Chronisches Winkelblockglaukom

Anders als beim Offenwinkelglaukom ist der Abfluss des Kammerwassers beim Winkelblockglaukom (Engwinkelglaukom) durch einen anatomisch engen, teilweise auch verschlossenen Kammerwinkel behindert. Ursache ist meistens eine Vorwölbung der Iris in Richtung Hornhaut. Wenn der Raum zwischen Iris und Linse zu schmal ist, kann das Kammerwasser nicht ausreichend in die Vorderkammer fließen und drückt die Iris weiter nach vorne in den Kammerwinkel.

Mit einer Prävalenz von 0,4 Prozent kommt diese Form in Europa wesentlich seltener vor. Dennoch ist sie für etwa die Hälfte der glaukombedingten Erblindungen verantwortlich. Frauen sind etwas häufiger als Männer betroffen. Das Risiko kann bei entsprechender Prädisposition offenbar auch durch Medikamente aus der Gruppe der Parasympatholytika und Sympathomimetika steigen, zum Beispiel durch trizyklische Antidepressiva, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder Muskelrelaxanzien.

Auch beim Engwinkelglaukom gibt es sekundäre Formen. Manchmal kommt es zum Beispiel bei Diabetespatienten aufgrund von lokalen Durchblutungsstörungen zu Gefäßneubildungen in der Iris (Neovaskularisations-Glaukom). Auch Verletzungen, Operationen oder Tumoren am Auge können zu einer Vorwölbung der Iris führen, die den Kammerwinkel blockieren.

Mehr von Avoxa