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Vestibuläre Migräne
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Schwindel als Leitsymptom

Wenn sich plötzlich alles dreht, denken die wenigsten an eine Migräne. Dabei kann tatsächlich eine spezielle Kopfschmerz-Variante hinter den wiederkehrenden Schwindelattacken stecken: die vestibuläre Migräne.
AutorKontaktHanke Huber
Datum 16.06.2026  15:00 Uhr

Ursachen für Schwindel gibt es viele. Die vestibuläre Migräne zählt zu den häufigsten Ursachen für wiederkehrende spontane Schwindelattacken, auch wenn sie oft erst spät erkannt wird. Die Attacken wirken für viele Betroffene sehr bedrohlich und können den Alltag stark einschränken.

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Migräne liegt in der führenden Symptomatik. Während bei der »gewöhnlichen« Migräne pulsierende Kopfschmerzen im Vordergrund stehen, prägen bei der vestibulären Form wiederkehrende Schwindelattacken das Krankheitsbild. Kopfschmerzen können laut dem internationalen Konsensuspapier »Vestibular migraine: Diagnostic criteria« zusätzlich vorhanden sein, fehlen jedoch oft auch vollständig (»Journal of Vestibular Research« 2021, DOI: 10.3233/VES-201644). Außerdem können Schwindel und Kopfschmerz auch zeitlich versetzt auftreten. Viele Betroffene erleben beide Beschwerden unabhängig voneinander. Teilweise gehen migränetypische Kopfschmerzen den vestibulären Symptomen voraus, teilweise folgen sie erst nach der Attacke.

Der Schwindel kann unterschiedliche Ausprägungen haben. Oft handelt es sich um einen Drehschwindel, möglich sind jedoch ebenso ein Schwankschwindel oder ein diffuser Benommenheitsschwindel. Die Beschwerden können spontan auftreten, durch Lagewechsel ausgelöst werden oder sich bei Kopfbewegungen verstärken. Auch visuelle Bewegungsreize können Attacken provozieren.

Wenige Sekunden bis tagelang

Die Dauer der Beschwerden variiert erheblich. Manche Attacken halten nur Sekunden an, andere mehrere Stunden oder sogar Tage. Nicht selten ist die Bewegungsempfindlichkeit so ausgeprägt, dass Betroffene während der Attacken möglichst bewegungslos im Bett bleiben. Können Betroffenen keine alltäglichen Aufgaben mehr verrichten, sprechen Fachleute von einer starken Intensität der vestibulären Symptome. Bei einer mittleren Intensität behindern die Symptome den Alltag, verhindern aber Aktivitäten nicht vollständig.

Zusätzlich zum Schwindel treten auch Migränesymptome auf. Das kann – muss aber nicht – der typische Migränekopfschmerz sein. Kennzeichen sind, dass er pulsierend, einseitig und sehr schmerzhaft ist und sich bei Bewegung verstärkt. Zusätzlich treten häufig vegetative und sensorische Begleitsymptome auf. Dazu gehören Übelkeit und Erbrechen ebenso wie Licht-, Lärm- oder Geruchsempfindlichkeit. Manche Patienten berichten über visuelle Auren, beispielsweise Flimmern vor den Augen. Häufig besteht während der Attacken ein ausgeprägtes Ruhebedürfnis.

Auch auditorische Beschwerden sind möglich. Dazu zählen Tinnitus, Ohrendruck, Lärmempfindlichkeit oder vorübergehende Hörminderungen. Im Vergleich zum Morbus Menière (dem Anfalls-Drehschwindel) sind diese Symptome jedoch meist schwächer ausgeprägt und reversibel.

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