| Alexandra Amanatidou |
| 06.05.2026 09:00 Uhr |
Was die Ministerin allerdings aus Sicht der Apothekerschaft bereits auszeichnet – im Gegensatz zu ihrem Vorgänger Karl Lauterbach (SPD) zeigt sie Dialogbereitschaft. So war sie beispielsweise beim Apothekertag 2025 in Düsseldorf anwesend und stellte dort die Eckpunkte des ApoVWG vor. Und auch den Alltag in einer Apotheke hat sie hautnah erlebt.
Während ihres Praktikums in der Möhler-Apotheke von Sylvia Begemann in Igersheim (Baden-Württemberg) zeigte sie großes Interesse an den Problemen der Apotheken und stellte viele Fragen. »Sie hat auch nach Lösungen gefragt. Das fand ich damals sehr gut«, sagt Begemann am Telefon gegenüber der PZ. Vieles davon habe sie auch umgesetzt. Beispielsweise, dass Apotheken alle Totimpfstoffe impfen dürfen oder mehr Freiheiten bei der Abgabe von Medikamenten in Notsituationen haben. Diese Regelungen sind bereits im ApoVWG verankert, das sich auf den letzten Metern des parlamentarischen Verfahrens befindet.
Mit Blick auf die anstehende Erhöhung des Fixums zeigt Begemann in Anbetracht der finanziellen Lage der Krankenkassen Verständnis, macht aber deutlich: »Wir brauchen das Fixum, um auch die Gehälter unseres Personals anpassen zu können.«
Die Erhöhung des Fixums bleibt für die Standesvertretung ein zentraler Punkt. ABDA-Präsident Thomas Preis spricht daher von einem Jahr mit Höhen und Tiefen. »Der Start- und zugleich Höhepunkt war das im Koalitionsvertrag klar definierte Festhonorar von 9,50 Euro. Bei ihrem persönlichen Auftritt auf dem Deutschen Apothekertag im Herbst in Düsseldorf, den wir als deutliche Wertschätzung und Dialogbereitschaft wahrgenommen haben, goss die Ministerin jedoch schon Wasser in den Wein, als sie ein umfassendes Apothekenreformgesetz mit zahlreichen zu schluckenden Kröten und einer Verschiebung der Honorarfrage auf das Frühjahr dieses Jahres verkündete.«
Der Gesetzentwurf entwickele sich seit dem Kabinettsbeschluss im Dezember an vielen Stellen in die richtige Richtung. »Die vielen Gespräche mit Ministerin Warken habe ich immer als sehr konstruktiv, verlässlich und vertrauensvoll wahrgenommen – und sie auch immer so verstanden, dass sie den Koalitionsvertrag erfüllen und die Apotheken stärken will. Um Wort zu halten, sind jetzt vor dem Hintergrund des aktuellen Krankenkassenspargesetzes die zeitnahe Erhöhung des Fixums und weitere Stärkungsmaßnahmen für die Apotheken von zentraler Bedeutung«, sagt der ABDA-Präsident.