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Behelfsmasken

RKI spricht sich für vorsorgliches Tragen von Masken aus

Das Robert-Koch-Institut (RKI) nimmt Stellung zum Tragen von Behelfsmasken in der Bevölkerung. Das vorsorgliche Tragen solcher Masken könne demnach dazu beitragen, das Übertragungsrisiko von SARS-CoV-2 zu vermindern.
Carolin Lang
02.04.2020
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Das RKI hat sich am 1. April für das Tragen von sogenannten Behelfsmasken (community masks), wie selbstgenähte Stoffmasken, ausgesprochen. Ein entsprechendes Statement fügte das Institut in seine Beantwortung häufig gestellter Fragen (FAQ) ein.

Demnach kann das Tragen sowohl von medizinischem Mund-Nasen-Schutz (MNS) als auch von Behelfsmasken beim Sprechen, Husten oder Niesen ausgestoßene Tröpfchen abfangen. Dies kann das Risiko für eine Ansteckung anderer Personen reduzieren und dient somit dem Fremdschutz. Belege dafür, dass ein MNS oder eine Behelfsmaske selbst vor einer Ansteckung schützen, gibt es nach wie vor nicht.

Laut RKI ist »zu vermuten, dass auch Behelfsmasken das Risiko, andere anzustecken, verringern können.« Denn sie können die Geschwindigkeit der Tröpfchen, die durch Husten, Niesen oder Sprechen entstehen, verringern. Eine solche Schutzwirkung ist bisher allerdings nicht wissenschaftlich belegt, betont das RKI.

In der Regel sind Betroffene bereits mit sehr leichten Symptomen ansteckend. Und nicht jeder bemerkt eine Infektion mit SARS-CoV-2. Auch asymptomatisch Infizierte könnten den Erreger übertragen. Laut RKI könnte in diesen Fällen das vorsorgliche Tragen von Behelfsmasken dazu beitragen, das Übertragungsrisiko zu vermindern. Insbesondere beim Betreten von öffentlichen Räumen, in denen der empfohlene Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, kann das Tragen von Behelfsmasken dazu beitragen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen. Darüber hinaus könnten sie das Bewusstsein für »physical distancing« und gesundheitsbewusstes Verhalten unterstützen.

Für die optimale Wirksamkeit von MNS und Behelfsmaske sind folgende Aspekte wichtig:

  • Ein korrekter, also enganliegender Sitz
  • Wechseln bei Durchfeuchtung
  • Keine (un)bewussten Manipulationen während des Tragens

Weitere Hinweise zur Handhabung und Pflege von Behelfsmasken gibt auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Auf keinen Fall sollte das Tragen eines MNS oder einer Behelfsmaske dazu führen, dass Abstandsregeln nicht mehr eingehalten oder Husten- und Niesregeln beziehungsweise die Händehygiene nicht mehr umgesetzt werden. Nach wie vor sind laut RKI effektivsten Maßnahmen um sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu schützen eine gute Händehygiene, den empfohlenen Abstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten und sich an die Husten- und Niesregeln zu halten.

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