Pharmazeutische Zeitung online
Apotheken-Kooperation

Pro AvO fordert gemeinsame Schnittstelle

Nach der Einführung des E-Rezepts wird die Anzahl elektronischer Verordnungen steigen. Die Online-Kooperation Pro Apotheke vor Ort (Pro AvO) fordert daher eine gemeinsame Web-Schnittstelle für alle inhabergeführten Apotheken.
Jennifer Evans
10.07.2019
Datenschutz bei der PZ

Damit die Einführung des E-Rezepts im nächsten Jahr erfolgreich wird, muss es einen Standard für die digitale Plattform-Schnittstelle geben, an die alle Warenwirtschaftssysteme der Apotheken angeschlossen werden können. Diese Schnittstelle muss zudem die Anforderungen an die Datenschutzgrundverordnung erfüllen. Das fordert die Kooperation Pro AvO vor dem Hintergrund, dass die Anzahl elektronischer Verordnungen bald »signifikant steigen« wird. Ziel ist es, dass sich alle inhabergeführten Apotheken in Deutschland zusammentun und geschlossen gegen die Konkurrenz aus dem Internet auftreten.

Um am wachsenden Online-Kanal teilhaben zu können, müssten die Apotheken vor Ort digital erreichbar sein, betont Pro AvO. Künftig würden sich nämlich jene Lösungen durchsetzen, die über eine direkte Anbindung an die Warenwirtschaft der Apotheke verfügten. Das hat für Kunden den Vorteil, direkt zu wissen, ob ein Präparat vorrätig ist. Außerdem könnten die Offizinen auf diese Weise am besten große Auftragsmengen bearbeiten, heißt es.

Unabhängigkeit vom Softwarehaus

Interoperabilität ist das Stichwort für Pro AvO. Daher unterstützt die Kooperation die Initiative des Bundesverbands der Deutschen Apothekensoftwarehäuser (ADAS), eine einheitliche Lösung zu entwickeln, und fordert auch alle anderen digitalen Brancheninitiativen und Softwarehäuser dazu auf. Damit ein Datenaustausch auch mit den E-Commerce-Angeboten der Softwarehersteller stattfinden kann, muss die einheitliche Schnittstelle offen sein. »Nur so können Apotheken und Endkunden unabhängig von der eingesetzten Apotheken-Software übergreifend kommunizieren«, heißt es.

An Pro AvO sind neben dem Wort & Bild-Verlag das Apothekenrechenzentrum Noventi, der Kommissioniersystem-Anbieter Rowa sowie die Pharmagroßhändler Gehe und Sanacorp beteiligt. Auch der Deutsche Apothekerverband (DAV) entwickelt derzeit eine eigene digitale Lösung für das E-Rezept. Die sogenannte Web-App ist eine mobile und neutrale digitale Anwendung, die jeder Patient mit jedem Endgerät nutzen können soll. Und auch jede teilnehmende Apotheke soll unkompliziert Zugang zu dieser Applikation haben – unabhängig etwa vom jeweiligen Softwarehaus oder Rechenzentrum. Den Vorstoß des DAV hatte Pro AvO bereits begrüßt.

Mehr von Avoxa