Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Delegiertenversammlung LAK Hessen
-
Primärversorgung ist Proaktiv-Konzept

Proaktiv handeln, kooperativ sein und weiterhin Druck ausüben: Das waren die roten Fäden der gestrigen Kammerversammlung der LAK Hessen. Was heißt das konkret? Die Delegierten forderten zum einen per Resolution die ersatzlose Streichung der geplanten Kassenabschlagserhöhung und zum anderen von der ABDA ein professionelles Verhandlungsteam in Sachen Verhandlungslösung.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 19.06.2026  10:30 Uhr

Kooperation mit der Ärzteschaft suchen

»Die Politik sieht die Apotheken nicht als Parallelstruktur, sondern als eigenständigen Player im Gesundheitswesen, der wichtige Aufgaben in der Prävention und Gesundheitsversorgung übernimmt«, griff Kammerpräsident Christian Ude das Thema neue Aufgaben durch die Apothekenreform auf. Das aktuelle Positionspapier der ABDA zur Rolle der Apotheke in der Primärversorgung habe in der Ärzteschaft heftigste Kritik ausgelöst.

Udes Resümee zum Positionspapier war klar: Es gehe um Kooperation, Vernetzung und konstruktive integrative Optimierungsvorschläge und nicht um eine »feindliche Übernahme von Aufgaben«, wie es die Ärzteschaft zum Teil darstelle. Zugegebenermaßen stünden auch »Reizpunkte wie die venöse Blutabnahme im Raum«, seien aber von der »Politik platziert und nicht von der ABDA gefordert worden«.

Es gelte vielmehr, selbstbewusst »den Schulterschluss mit ausgestrecktem Arm« zu anderen Gesundheitsprofessionen zu suchen und ein koordiniertes Zusammenwirken aller Beteiligten zu erwirken, beschrieb der hessische Kammerpräsident seine Strategie. Der Kontakt zur Landesärztekammer sei jedenfalls »kollegial und auf Augenhöhe«. Und auch der Kontakt vor Ort, in den Kommunen oder Landkreisen, sei meistens kooperativ, wie Kollegen berichteten.

Die Apothekenreform biete »bunte und vielfältige Neuerungen, die nicht unbedingt jede Apothekenstruktur wird anbieten können«, meinte Ude angesichts des Personalmangels und der angespannten Finanzlage. »Aufgabe der Kammer ist es, Lösungen zu finden, die alle abholen. In erster Linie muss die Qualität der erbrachten Leistung stimmen. Deshalb beeinflusst das ApoVWG die Fortbildungsabteilung der Kammer.«

Zu neuen pDL, zur Abgabe von Rx-Arzneimitteln bei akuten unkomplizierten Erkrankungen sowie zu Impfungen mit Totimpfstoffen würden ab Sommer Schulungen angeboten, kündigte der Kammerpräsident an. Für PTA und Pharmazeuten im Praktikum werde es etwas später extra Impfschulungen geben. Die Ausarbeitung von Curricula bedürfe der Abstimmung mit der Bundesärztekammer, zudem sei eine zweimonatige Übergangsfrist nach der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt einzuhalten. »Sobald es so weit ist, wird es ausreichende Schulungen von der Kammer Hessen geben«, versprach der Präsident.

Mehr von Avoxa