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FAQ zum Covid-19-Impfstoff
Praktische Fragen (und Antworten) rund um den Biontech-Impfstoff

Worauf sollte bei der Patientenberatung geachtet werden?

Vorläufige Daten deuten darauf hin, dass die Wirksamkeit des Covid-19 Impfstoffs BNT162b2 von Biontech und Pfizer nach zwei Dosen bei gesunden Erwachsenen 95,0 Prozent (95% CI: 90,3%, 97,6%) beträgt. Die Wirksamkeit des Impfstoffs nach einer Einzeldosis wird auf 52,4 Prozent (95 % KI: 29,5 %, 68,4 %) geschätzt; die Wirksamkeit nach einer Einzeldosis basierte jedoch auf wenigen Fällen und einer kurzen medianen Nachbeobachtungszeit. Daher sollten die Patienten darauf hingewiesen werden, wie wichtig es ist, die Zwei-Dosis-Serie abzuschließen, um den Schutz zu optimieren.

Mit welchen Nebenwirkungen müssen Impflinge rechnen – und wie lange halten sie an?

Vor der Impfung sollten die Ärzte die Empfänger des Impfstoffs über die zu erwartenden lokalen (zum Beispiel Schmerzen, Schwellung, Erythem an der Injektionsstelle) und systemischen Symptome (zum Beispiel Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Myalgie, Arthralgie) nach der Impfung beraten. Daten aus klinischen Studien der Phase II/III zeigen, dass 85 Prozent der geimpften Personen mindestens ein lokales Symptom an der Injektionsstelle und 77 Prozent mindestens ein systemisches Symptom nach der Impfung entwickelten.

Die meisten systemischen Symptome nach der Impfung sind leicht bis mittelschwer, treten innerhalb der ersten drei Tage nach der Impfung auf und klingen innerhalb von ein bis zwei Tagen nach dem Auftreten ab. Diese Symptome sind häufiger und schwerer nach der zweiten Dosis und bei jüngeren Personen (im Alter von 18 bis 55 Jahren) im Vergleich zu älteren Personen (im Alter von >55 Jahren) aufgetreten.

Dürfen Fieber- und Schmerzmittel bei Nebenwirkungen eingenommen werden?

Fiebersenkende oder schmerzstillende Medikamente wie Paracetamol und nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen können zur Behandlung von lokalen oder systemischen Symptomen nach der Impfung eingenommen werden, wenn dies medizinisch sinnvoll ist. Eine routinemäßige prophylaktische Verabreichung dieser Medikamente zur Vorbeugung von Symptomen nach der Impfung wird jedoch derzeit nicht empfohlen.

Wie werden Impfstoff-Nebenwirkungen gemeldet?

Unerwünschte Ereignisse, die bei einem Empfänger nach einer Covid-19-Impfung auftreten, sollten gemeldet werden. Impfanbieter sind verpflichtet, die folgenden Ereignisse zu melden, die nach einer Covid-19-Impfung im Rahmen einer Notfallzulassung auftreten:

  • Fehler bei der Verabreichung des Impfstoffs
  • schwerwiegende unerwünschte Ereignisse
  • Fälle von Multisystem-Entzündungssyndrom
  • Fälle von Covid-19, die zu einem Krankenhausaufenthalt oder zum Tod führen

Es wird empfohlen, alle anderen klinisch bedeutsamen unerwünschten Ereignisse zu melden, auch wenn nicht sicher ist, ob der Impfstoff das Ereignis verursacht hat.

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