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FAQ zum Covid-19-Impfstoff
Praktische Fragen (und Antworten) rund um den Biontech-Impfstoff

Was ist bei der Impfung von besonderen Bevölkerungsgruppen zu beachten und gibt es Kontraindikationen?

Wenn beim Impfling eine akute, fiebrige Erkrankung vorliegt, sollte die Impfung verschoben werden. Bei Personen unter antikoagulativer Therapie, bei denen eine intramuskuläre Applikation kontraindiziert ist, muss eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für oder gegen die Impfung vorgenommen werden.

Können sich Personen mit Vorerkrankungen impfen lassen?

Diese Frage wird besonders häufig gestellt. Die Antwort: Der Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer kann auch Personen mit Grunderkrankungen verabreicht werden, die keine Kontraindikationen für die Impfung aufweisen. Denn gerade Personen mit Vorerkrankungen zählen zu den Risikogruppen und wurden in die klinischen Studien aufgenommen. Die Daten der Phase II/III zeigten ähnliche Sicherheits- und Wirksamkeitsprofile bei Personen mit einigen Grunderkrankungen, einschließlich solcher, die ein erhöhtes Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung darstellen, wie bei Personen ohne Komorbiditäten.

Können sich immungeschwächte Personen impfen lassen?

Personen mit einer HIV-Infektion, anderen immunsupprimierenden Erkrankungen oder Personen, die immunsuppressive Medikamente einnehmen oder die sich einer immunsuppressiven Therapie unterziehen, haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko für schweres Covid-19. Es liegen derzeit keine Daten vor, um die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs bei diesen Personengruppen zu belegen. Zwar wurden Personen mit stabiler HIV-Infektion in die klinischen Studien der Phase II/III eingeschlossen. Allerdings sind die Daten für diese Gruppe noch nicht ausgewertet.

Immungeschwächte Personen können trotzdem gegen Covid-19 geimpft werden, wenn keine Kontraindikationen für die Impfung bestehen. Sie sollten jedoch über das unbekannte Sicherheitsprofil und die noch nicht belegte Wirksamkeit des Impfstoffs bei immungeschwächten Bevölkerungsgruppen sowie über das Potenzial für eine reduzierte Immunantwort und die Notwendigkeit, weiterhin alle aktuellen Richtlinien zum Schutz vor Covid-19 zu befolgen, aufgeklärt werden.

Können sich Kinder und Jugendliche impfen lassen?

Jugendliche im Alter von 16 bis 17 Jahren gehören zu den Personen, für die der Covid-19-Impfstoff gemäß der Notfallzulassung indiziert ist. Die Zwischenanalyse der klinischen Phase II/III-Studie umfasste 153 Teilnehmer im Alter von 16 bis 17 Jahren, wobei keine Sicherheitsbedenken festgestellt wurden. Obwohl die Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs in dieser Altersgruppe begrenzt sind, gibt es keine biologisch plausiblen Gründe dafür, dass sich die Sicherheits- und Wirksamkeitsprofile von denen unterscheiden, die bei Personen ab 18 Jahren beobachtet wurden.

Da der Impfstoff bislang nicht an Kindern untersucht wurde, ist er für Personen jünger als 16 Jahre nicht zugelassen.

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