Pharmazeutische Zeitung online
E-Commerce-Studie 2020

Online-Umsatz mit Medikamenten steigt um mehr als 50 Prozent

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie stieg der Online-Umsatz mit Medikamenten im Jahr 2020 um mehr als 50 Prozent. Vor allem Online-Plattformen konnten deutlich zulegen. Das zeigt eine Studie des Branchenverbands BEVH.
Ev Tebroke
27.01.2021  16:00 Uhr

Der Online-Handel hat im vergangenen Jahr Corona-bedingt deutlich zugelegt. Vor allem Produkte des täglichen Bedarfs, also Lebensmittel, Medikamente und Drogerieartikel wurden 2020 verstärkt über das Internet gekauft: ihr Umsatz stieg von 4,9 Milliarden Euro um knapp 41 Prozent auf insgesamt rund 6,9 Milliarden Euro. Das geht aus einer Studie des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) hervor. Die Apotheken konnten dabei online ihren Umsatz um fast 34 Prozent steigern gegenüber dem Vorjahr und verbuchten insgesamt 911 Millionen Euro brutto. Der Gesamtumsatz mit Medikamenten hat sich 2020  mit fast 54 Prozent Zuwachs auf nun rund 1,2 Milliarden Euro erhöht.

Auffallend ist dabei, dass insbesondere Senioren verstärkt den Versand nutzen. Der Studie zufolge war fast jeder dritte Onlinekäufer im Jahr 2020 älter als 60 Jahre. Im Vorjahr war es noch nur jeder Fünfte. Mit einem Anteil von mehr als 30 Prozent sind die sogenannten »Silver-Surfer« damit mittlerweile die größte Kundengruppe. Die zweitgrößte Gruppe bilden die 50 bis 59-Jährigen mit knapp 25 Prozent.

Wer im Internet einkauft, besucht dabei vor allem Online-Marktplätze. Laut Studie wird mittelweile fast jeder zweite im E-Commerce umgesetzte Euro auf Plattformen umgesetzt. Diese Kategorie ist damit mehr als 20 Prozent gewachsen und macht nun mit 49 Prozent fast die Hälfte des gesamten Umsatzes im Online-Handel aus. Hinter dem Zuwachs stecken laut BEVH vor allem große und kleine Händler, die erstmals diese E-Commerce-Strategie nutzen.

Plattform-Ökonomie im Apothekenmarkt

Der Trend zur Plattform-Ökonomie zeigt sich auch im Apothekenmarkt. Neben Versendern wie Doc Morris und Shop Apotheke, die mit Marktplätzen auf Kundenfang gehen wollen, planen zunehmend Verbünde stationärer Apotheken solche Internet-Plattformen. Zuletzt hatten der Apothekendienstleister Noventi und der Großhändler Phoenix den Start einer gemeinsamen Plattform  bekannt gegeben. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) will ebenfalls zeitnah mit einer entsprechenden Plattform an den Markt gehen.

Der Branchenverband des E-Commerce geht davon aus, dass der Corona-bedingte Trend zum Online-Kauf in vielen Bereichen auch nach Öffnung der Geschäfte weiter anhalten wird. Laut Umfrage gaben fast drei von vier Onlinekäufern an, künftig mehr oder genauso viel im Internet bestellen zu wollen. Im Jahr 2019 hatte nur gut jeder zweite Kunde diese Absicht geäußert.

Für die Studie wurden im Auftrag des BEVH von Januar bis Dezember 2020 insgesamt 40.000 Privatpersonen aus Deutschland im Alter ab 14 Jahren befragt. Dabei ging es um ihr Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel und ihren Konsum von digitalen Dienstleistungen.

Mehr von Avoxa