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Apothekerverband Brandenburg

Olaf Behrendt als Verbandschef im Amt bestätigt

Das betonte auch ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening. Sie unterstrich den durch die Leistungen in der Pandemie erworbenen Respekt und ermunterte die Apothekerinnen und Apotheker zu einer selbstbewussten, offensiven Haltung als »Basis für die Zukunftsgestaltung«. Dies hatte sie auch bereits in ihrer Rede auf dem DAT angemahnt. »Wir werden uns dahin entwickeln, wohin wir unsere Aufmerksamkeit richten.« Es gebe viele Möglichkeiten, die Zukunft zu gestalten. Pharmazeutische Dienstleistungen und E-Rezept seien kurzfristige Ziele, die von der Politik gegeben seien und nun bestmöglich umgesetzt und genutzt werden müssten.

In ihrer Funktion als ABDA-Präsidentin hob sie ihren Anspruch an Transparenz und Konstruktivität bei ihrer politischen Arbeit hervor. Eine Standespolitik mache nur Sinn mit einer dahinterstehenden Basis. »Ich brauche den Kontakt zu Ihnen allen!« Für eine langfristige gemeinsame Agenda sei Geschlossenheit das A und O um Ziele durchzusetzen. Als ein wichtiges Zukunftsthema, für das sich die Apothekerschaft stark machen soll, nannte sie unter anderem, der Trivialisierung des Arzneimittels auf allem Ebenen entgegenzutreten. Hierbei hat sie vor allem auch die zukünftigen Online-Marktplätze kapitalgesteuerter EU-Versender im Fokus. Diese hoffen nicht zuletzt durch das E-Rezept, neue Kunden auf ihre Gesundheitsplattformen locken zu können.

Was die Plattformen betrifft, so appellierte Overwiening, eine eigene von der Apothekerschaft selbst gesteuerte Lösung zu unterstützen und verwies auf das eigens geschaffene Apothekenportal des Deutschen Apothekerverbands (DAV). »Es lohnt sich, dass wir volle Kraft in die Digitalisierung investieren«, so die ABDA-Präsidentin.

Grünes Licht für GEDISA

Was dies anbelangt, so gab es vom LAV-Brandenburg grünes Licht für die Finanzierung der vom DAV geplanten und noch zu gründenden Digitalgesellschaft namens GEDISA. Für das Jahr 2022 gaben die Delegierten ihre Zustimmung, dass 275.000 Euro als Anschubfinanzierung in diese Gesellschaft fließen können. Pro Betriebsstätte stellt der Verband damit auf eine Laufzeit von drei Jahren jährlich 500 Euro bereit für die Nutzung und Aufrüstung des DAV-Portals. Zuletzt hatten die Apotheker über dieses Portal bundesweit Millionen digitale Impfzertifikate ausgestellt. Allein in Brandenburg waren es laut LAV-Chef Behrendt fast 1,5 Millionen (zum Stand 1. Oktober). Über das Portal sollen künftig auch die E-Rezepte in die Apotheken gelangen können, dazu wurde eigens für die Patienten der sogenannte Apothekenmanager eingerichtet. Zudem könnten die Pharmazeutischen Dienstleistungen darüber abgerechnet werden, so die Idee.

Wie es um das Thema E-Rezept und dessen geplanten Roll-Out im vierten Quartal steht, berichtete im Anschluss die Geschäftsführerin des Berliner Apothekervereins, Susanne Damer. Wie zuletzt bekannt wurde, ist die Erprobungsphase des Modellprojekts in der Fokusregion Berlin-Brandenburgum zwei Monate verlängert worden, da vor allem die Ärzteseite noch mit Problemen bezüglich der technischen Umsetzung zu kämpfen hatte. So stehen bislang kaum Praxisverwaltungssysteme (PVS) zur Verfügung, die die elektronische Verordnung ermöglichen. Zudem warten nach wie vor viele Mediziner auf die erforderlichen elektronischen Heilberufsausweise (HBA), um sich in der TI auszuweisen. Laut Damer stehen derzeit aber zahlreiche PVS-Anbieter kurz vor der Zertifizierung durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Nach der anschließenden Prüfung und Freigabe durch die Gematik dürfte somit ein großer Schwung an Praxen an die E-Rezept-Erprobung andocken können. Aktuell sind lediglich drei PVS in der Testphase.

Nichtsdestotrotz plädiert Damer für einen späteren bundesweiten Start des E-Rezepts als den derzeit gesetzlich vorgeschriebenen 1. Januar 2022. Statt eines »Big Bang« zu Jahresbeginn sei es besser, bundesweit weitere Testregionen dazuzunehmen und die Ausstellung des E-Rezepts sukzessive zu steigern.

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