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Erster IL-23-Rezeptorantagonist
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Neue Tablette gegen Schuppenflechte

Die EU-Kommission hat den neuen Wirkstoff Icotrokinra zugelassen. Enthalten ist er in dem Arzneimittel Icotyde® 200 mg Filmtabletten von Johnson & Johnson. Es kommt bei bestimmten Patienten mit Schuppenflechte zum Einsatz.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 30.09.2026  10:00 Uhr

Zugelassen ist Icotrokinra zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis bei Erwachsenen und Jugendlichen ab zwölf Jahren und mit einem Körpergewicht von mindestens 40 kg, die für eine systemische Therapie infrage kommen.

Der Wirkmechanismus von Icotrokinra ist nicht komplett neu. Wie andere bei Schuppenflechte zugelassene Antikörper, zum Beispiel Guselkumab, Risankizumab und Tildrakizumab, greift auch Icotrokinra in die Interleukin-(IL-)23-Signalgebung ein. Dieses Interleukin spielt in der Pathogenese der Plaque-Psoriasis eine wichtige Rolle. Die genannten Antikörper blockieren IL-23 und damit die Freisetzung von proinflammatorischen Zytokinen und Chemokinen. Icotrokinra ist ein erster gegen den IL-23-Rezeptor gerichteter Wirkstoff. Letztlich kommt es auch hier zur Drosselung des IL-23-Weges.

»Icotr« steht dabei für die Zahl 23 im Griechischen (icosi tria) und die Endung »inra« für Interleukin-Rezeptorantagonist. Das Besondere an dem zyklischen Peptid ist, dass es anders als die Antikörper oral eingenommen werden kann.

Einmal täglich auf nüchternen Magen

Die empfohlene Dosis beträgt 200 mg einmal täglich peroral auf nüchternen Magen. Patienten, die Schwierigkeiten haben, Tabletten im Ganzen zu schlucken, können die Filmtablette in Wasser suspendieren. Wenn ein Patient nach 24 Wochen keine Anzeichen eines therapeutischen Nutzens aufweist, sollte der Arzt den Abbruch der Behandlung in Erwägung ziehen.

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Pilzinfektionen. Klinisch relevante aktive Infektionen, zum Beispiel eine aktive Tuberkulose, stellen eine Kontraindikation dar. Vor Beginn der Behandlung sollte der Arzt als Vorsichtsmaßnahme in Betracht ziehen, alle altersentsprechenden Impfungen gemäß den aktuellen Impfempfehlungen abzuschließen. Während der Behandlung und innerhalb von drei Tagen nach Absetzen von Icotrokinra gibt es für die Anwendung von Lebendimpfstoffen keine Empfehlung.

Aus Vorsichtsgründen sollten Schwangere kein Icotrokinra einnehmen. Bei Stillenden ist zu entscheiden, ob sie das Stillen unterbrechen oder ob sie auf Icotrokinra verzichten.

Gut möglich, dass zukünftig noch weitere Indikationen für Icotrokinra hinzukommen werden. Der Hersteller untersucht den Wirkstoff zum Beispiel auch bei Psoriasis-Arthritis, bei Colitis ulcerosa und bei Morbus Crohn.

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