| Juliane Brüggen |
| 04.06.2026 15:00 Uhr |
In der Migränetherapie hat sich ebenfalls etwas getan: Atogepant (Aquipta®, AbbVie) und Rimegepant (Vydura®) sind die ersten oral verfügbaren Therapeutika, die gegen Calcitonin Gene-related Peptide (CGRP) gerichtet sind. »Man weiß, dass CGRP maßgeblich an der Entstehung der Migräne beteiligt ist«, erläuterte Siebenand. Es wirkt vasodilatativ und ist vermutlich an der Schmerzverarbeitung beteiligt. Die beiden Arzneimittel haben eine Zulassung sowohl für die Prophylaxe als auch für die Akuttherapie, sind jedoch nicht Mittel der ersten Wahl. In einer Netzwerk-Metaanalyse (DOI: 10.1136/bmj-2024-080107) waren sie etwa den Triptanen deutlich unterlegen. Als Akuttherapie sind sie demnach vor allem eine Option, wenn Triptane oder Analgetika nicht infrage kommen.
Siebenand gab zu bedenken: »CGRP hat durch die gefäßerweiternde Wirkung wichtige Schutzfunktionen im Herz-Kreislauf-System.« Studien lieferten zwar keinen Hinweis auf vermehrte kardiovaskuläre Ereignisse unter der Gepant-Therapie, doch Hochrisikopatienten seien nicht untersucht worden. Daher sei Vorsicht geboten.