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Jahrgang 2025
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Neue Arzneistoffe mit Potenzial

Im Jahr 2025 kamen 38 neue Arzneistoffe auf den deutschen Markt. Beim Forbildungskongress Pharmacon in Meran stellte PZ-Chefredakteur Sven Siebenand einige der Innovationen vor.
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 04.06.2026  15:00 Uhr

Das Jahr 2025 war, was neue Arzneimittel betrifft, ein guter Jahrgang, stellte Siebenand fest. Von den 38 neuen Arzneistoffen seien 18 als Sprung- und 12 als Schrittinnovationen einzustufen. »Aber nicht nur die Quantität ist gut, auch die Qualität«. 

Zu den Sprunginnovationen gehören Lecanemab (Leqembi®, Eisai) und Donanemab (Kisunla®). Ihr Einsatz ist nur in der frühen Phase der Alzheimer-Krankheit sinnvoll, erläuterte Siebenand. Die Antikörper sind gegen Amyloid-β-Ablagerungen im Gehirn gerichtet, wobei die Targets unterschiedlich sind: Lecanemab ist gegen Protofibrillen gerichtet, Donanemab gegen Amyloid-Plaques. Die Donanemab-Gabe ist zeitlich begrenzt: »Man geht davon aus, dass die Plaques nach 18 Monaten abgebaut sind«, berichtete Siebenand. Die Lecanemab-Gabe wird abgebrochen, wenn das mittelschwere Stadium erreicht ist.

Eine Heilung sei nicht möglich – in den Zulassungsstudien (Clarity-AD, TRAILBLAZER-ALZ-2) wurde aber bei 18-monatiger Therapie eine verzögerte Progression von etwa sechs Monaten beobachtet. »Es sind vielleicht keine Wow-Effekte, aber es sind die ersten beiden krankheitsmodifizierenden Therapeutika«, so Siebenand. Er wies auch auf mögliche Gender-Effekte hin: Für Lecanemab gebe es Hinweise darauf, dass Frauen schlechter ansprechen als Männer.

Beide Arzneistoffe werden von umfangreichen MRT-Kontrollen begleitet, da das Risiko von Komplikationen aufgrund von Ödemen oder Blutungen im Gehirn besteht (Amyloid-assoziierte Bildgebungsanomalien, ARIA). Komplett von der Therapie ausgeschlossen sind aufgrund eines erhöhten ARIA-Risikos homozygote Träger des ApoE ε4-Gens.

Als wichtigen Punkt für die Beratung nannte Siebenand das Thema der gleichzeitigen Antikoagulation, die eine Kontraindikation darstellt. Aber: »Die Gabe von ASS und anderen Thrombozytenaggregationshemmern ist laut Fachinformationen kein Problem.«

Lokale Gentherapie bei schwerer Hauterkrankung

Auch der Gewinner des PZ-Innovationspreises wurde vorgestellt. Die erste lokale Gentherapie Beremagen geperpavec (Vyjuvek®, Krystal Biotech) wird bei der dystrophen Epidermolysis bullosa eingesetzt, auch als Schmetterlingskrankheit bekannt. »Bis 2025 gab es keinen kausalen Wirkansatz für die Erkrankung«, so Siebenand.

Die Haut der Betroffenen reagiert aufgrund eines inaktivierten Gens, das für Typ-VII-Kollagen codiert, schon bei kleinsten Verletzungen mit starker Blasen- und Narbenbildung. Mithilfe eines viralen Vektors kann das COL7A1-Gen nun lokal wieder eingeführt werden, sodass funktionales Typ-VII-Kollagen produziert werden kann. Der Einsatz ist ab der Geburt möglich.

Aufgetragen wird das Präparat einmal wöchentlich und mit einem hydrophoben Verband für etwa 24 Stunden abgedeckt. Siebenand wies darauf hin, dass die Vyjuvek-Dosis in der Apotheke zubereitet werden muss: Das Therapeutikum wird tiefgekühlt geliefert und nach Auftauen mit einem Hilfsstoffgel gemischt sowie in vier Spritzen aufgezogen. Der Hersteller liefert umfangreiches Informationsmaterial hierzu.

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