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Hepatozelluläres Karzinom
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Neue Ansätze gegen Leberkrebs

Das hepatozelluläre Karzinom hat noch immer eine schlechte Prognose. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Prävalenz der metabolisch assoziierten Fettleber­erkrankung wird ein weiterer Anstieg der Leberkrebsinzidenz erwartet. Obwohl in den vergangenen Jahren therapeutische Fortschritte erzielt wurden, besteht weiterhin ein großer Bedarf an neuen und effektiveren Behandlungsoptionen.
AutorKontaktSonja Keßler
Datum 08.11.2026  08:00 Uhr

Leitliniengerechte Therapie

In den frühen Stadien des hepatozellulären Karzinoms sind nach aktueller Leitlinie weiterhin Transplantation, Resektion, Radiofrequenzablation oder die transarterielle Chemoembolisation vorgesehen.

Ab dem intermediären Stadium, wenn ein nicht operabler Tumor mit mehreren voneinander abgrenzbaren Tumorknoten vorliegt, kann eine systemische Therapie erfolgen. Für die Erstlinientherapie sind folgende Kombinationen empfohlen:

  • Atezolizumab (PD-L1-Hemmer) plus Bevacizumab (VEGF-Antikörper),
  • Durvalumab (PD-L1-Hemmer) plus Tremelimumab (CTLA-4-Hemmer) oder
  • Nivolumab (PD-1-Hemmer) plus Ipilimumab (CTLA-4-Hemmer).

Da Vergleichsstudien bisher fehlen, werden die Kombinationstherapien untereinander nicht priorisiert.

Patienten mit Kontraindikationen für die genannten Wirkstoffkombinationen soll eine andere Erstlinientherapie angeboten werden, entweder mit Durvalumab als Monotherapie oder mit einem der beiden Tyrosinkinase­inhibitoren (TKI) Lenvatinib oder Sorafenib. Ein TKI ist ebenfalls indiziert, wenn Patienten die Kombinationstherapien nicht vertragen oder der Tumor unter dieser Therapie fortschreitet. In der Zweitlinie kommen Cabozantinib (TKI), Regorafenib (TKI) oder Ramucirumab (VEGF-Rezeptor-Antagonist) zum Einsatz.

Nebenwirkungen

Bei Kombinationstherapien mit dem Angiogenesehemmer Bevacizumab prägt dieser die Nebenwirkungen, zu denen vor allem Hypertonie, Fatigue, Proteinurie und Durchfall zählen. Durch die Blockade der Blutgefäßbildung erhöht sich das Risiko für schwere gastrointestinale Blutungen. Unbehandelte Ösophagusvarizen sind eine Kontraindikation.

Bei den dualen Immuntherapien mit zwei Checkpoint-Inhibitoren treten häufig Hautausschlag, Juckreiz, Durchfall oder eine Hypothyreose auf. Durch die wirkungsbedingte Aktivierung des Immunsystems kann es zu autoimmunen Entzündungen unterschiedlicher Lokalisation kommen. Typisch sind schwere immunvermittelte Entzündungen des Dickdarms, der Lunge oder der Leber. Interessanterweise gibt es Hinweise, dass die immunvermittelten Nebenwirkungen mit den antitumoralen Effekten korrelieren, was jedoch weiterer Untersuchungen bedarf.

Beim HCC kommt eine medizinische Besonderheit hinzu: Die meisten Patienten haben aufgrund einer chronischen Vorerkrankung der Leber, wie einer Zirrhose, ohnehin eine geschwächte Leberfunktion. Die Therapien können die Funktion der Leber weiter belasten, sodass es zu Komplikationen wie Aszites oder hepatischer Enzephalopathie kommen kann.

Die eingesetzten TKI sind – wie für diese Substanzgruppe typisch – häufig von Bluthochdruck, Durchfall, Fatigue, Appetitlosigkeit und Übelkeit begleitet. Insbesondere Hautprobleme an den Händen und Füßen, die schwerwiegend sein können, sind spezifische Nebenwirkungen. Daneben kann sich auch hier die Leberfunktion durch die Therapie deutlich verschlechtern.

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