| Jennifer Evans |
| 26.10.2026 07:00 Uhr |
Mehr Zeit im Freien zu verbringen könnte die Ernährung verändern. Naturkontakt fördert Körperakzeptanz und beeinflusst positiv, was wir essen. / © Shutterstock/Gen AI
Spazieren, angeln, wandern, zelten – eine Studie deutet darauf hin, dass der Kontakt mit der Natur Menschen dabei helfen kann, gesündere Essgewohnheiten zu entwickeln. Konkret haben Forschende der britischen Anglia Ruskin University untersucht, ob Zeit im Grünen mit intuitivem Essen zusammenhängt, also mit der Fähigkeit, Hunger-, Sättigungs- und Appetitsignale des Körpers besser wahrzunehmen und danach zu handeln.
Dafür befragten sie 500 Erwachsene aus Großbritannien. Die Teilnehmenden gaben an, wie häufig und intensiv sie Natur in ihrem Alltag erleben und wie viel Zeit sie draußen verbringen. Zusätzlich beantworteten sie Fragebögen zu intuitivem Essen, Körperbild, Selbstmitgefühl und Naturverbundenheit. Wie die ARU mitteilte, war ein diätfreier Ernährungsansatz die Grundlage für die Untersuchung. Es ging also darum, auf die inneren Signale des Körpers zu hören – statt strenge Ernährungsregeln zu befolgen.
Die Ergebnisse, die im Fachjournal »Body Image« erschienen sind, zeigen zwar keinen direkten, aber dafür mehrere signifikante indirekte Zusammenhänge zwischen Naturkontakt und intuitivem Essen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Wertschätzung des eigenen Körpers. Wer sich häufiger in der Natur aufhielt, fühlte sich demnach wohler in seiner Haut, schätzte die körperliche Leistungsfähigkeit mehr und achtete stärker auf seine körperlichen Bedürfnisse.
Ein weiterer Faktor war das Selbstmitgefühl. Menschen mit engem Kontakt zur Natur gingen demnach wohlwollender mit sich selbst um. Das könnte dem Autorenteam zufolge ausschlaggebend dafür sein, dass sie unangenehme Emotionen nicht gleich mit impulsivem Essverhalten kompensieren wollten. Stattdessen orientierten sie sich eher an den Signalen ihres Körpers.
Die Arbeit knüpft nach Angaben des Autorenteams an frühere Studien an, die Naturkontakt bereits mit besserer psychischer Gesundheit und Stressabbau in Verbindung gebracht haben. Der Sozialpsychologe und Hauptautor der Studie, Professor Dr. Viren Swami, sieht darin einen möglichen Ansatz für den Public-Health-Bereich, um daraus ernährungsbezogene Interventionen abzuleiten. Er hob jedoch auch die Grenzen der Untersuchung hervor. Zum einen basierten die Daten auf Selbstauskünften der Teilnehmenden. Und zum anderen gelte es, die Ergebnisse in anderen kulturellen Kontexten zu bestätigen.