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Selbstmedikation

Mit Phytos durch die Wechseljahre

Mit den Wechseljahren kommt es im Leben einer Frau zu weitreichenden Veränderungen. Häufige Beschwerden wie Hitzewallungen und Schlafstörungen treffen dann oft auf familiäre und berufliche Herausforderungen.
Maria Pues
02.09.2022  11:00 Uhr
Mit Phytos durch die Wechseljahre

Manche Frau spürt sie kaum, andere berichten über moderate bis starke Beeinträchtigungen: Die Rede ist von den Wechseljahren (Klimakterium), in denen sich das hormonelle Gleichgewicht der Frau neu einstellt. Meist beginnen sie um das 45. Lebensjahr, die Menopause tritt bei durchschnittlich 50 Jahren ein. Die sich anschließende Postmenopause kann sich bis in das sechste Lebensjahrzehnt erstrecken. Hitzewallungen und Schweißausbrüche sind die Beschwerden, für die ein hormoneller Zusammenhang nachgewiesen ist. Häufig berichtet werden außerdem unter anderem Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und innere Unruhe sowie vaginale Trockenheit. Bei starken Beschwerden sollte stets zu einem Arztbesuch geraten werden. Das gilt auch bei bestimmten Vorerkrankungen, zum Beispiel bei (auch vorangegangenen) hormonabhängigen Tumoren.

Vorübergehende Beschwerden

Wechseljahrsbedinge Hitzewallungen, Schweißausbrüche/Nachtschweiß und Schlafstörungen sind zwar von vorübergehender Natur, werden von den Betroffenen jedoch häufig als belastend empfunden. Als pflanzliche Therapieoptionen nennt die Leitlinie »Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen« Cimicifuga-Präparate und Isoflavone. In einem Sondervotum der Gesellschaft für Phytotherapie (GPT) gibt diese Cimicifuga-Präparaten mit Isopropanol als Auszugsmittel gegenüber Präparaten mit ethanolischen Extrakten den Vorzug. Grundsätzlich empfiehlt sie den Einsatz zugelassener Arzneimittel und rät von der Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln oder anderen Cimicifuga-haltigen Produkten ab, da für Arzneimittel höhere Qualitätsstandards gelten.

Unter anderem Soja, Soja-Extrakte und Rotklee-Extrakte enthalten sogenannte Phyto-Estrogene, das heißt Isoflavone mit einer estrogenartigen Wirkung. Laut einem in der Leitlinie zitierten Cochrane-Review zeigte das Isoflavon Genistein in einer Tagesdosis von 30 bis 60 mg eine zuverlässige Wirkung, Isoflavon-Gemische mit einem Tagesdosis von mindestens 30 mg waren in einigen Studien wirksam, in anderen hingegen nicht. Zu einem positiven Ergebnis kommt hingegen das britische National Institute for Health and Care Excellence (NICE), das Isoflavonen einen signifikanten Effekt auf Hitzewallungen bescheinigt. Nicht abschließend beurteilt sind die Effekte von Extrakten aus der Wurzel des Rhapontik-Rhabarbers. Seine Hauptinhaltsstoffe sind Rhaponticin und Desoxyrhaponticin, zwei Hydroxystilbene.

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